/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Vom missionarischen Imperativ

Bibelvers

Tut kund seine Herrlichkeit unter den Nationen, unter allen Völkern seine Wunder.

Psalm 96,3

Es war kurz vor Weihnachten letztes Jahr. Da erschien in einem politischen Magazin ein bemerkenswerter Artikel. Überschrift: "Lasst uns Muslime bekehren". Der Autor war übrigens kein Pfarrer, sondern Kulturredakteur. Er meinte: Weihnachten sei ein Fest der Mission. Und angesichts der vielen vor allem muslimischen Flüchtlinge, die letztes Jahr in unser Land gekommen sind, sollten die Kirchen diesen Menschen auch die Botschaft Christi anbieten.  Schließlich enthalte die Weihnachtsbotschaft einen "missionarischen Imperativ".

Prompt schrieb ein Pfarrer über den Kurznachrichtendienst Twitter: Das sei Unsinn. Außerdem hätten viele Flüchtlinge genug von Religion. Dabei hat der Autor nur das beschrieben, was das Normalste der Welt ist: Bin ich von etwas begeistert, erzähle ich auch anderen davon. Und da ist es egal, ob es der letzte Kinofilm war, der mich vom Hocker gerissen hat oder ob es das Staunen über die Geburt des Gottessohnes ist. Aber komisch: Der Kinofilm ist Gesprächsthema überall. Von der Geburt des Gottessohnes reden wir dagegen nur hinter vorgehaltener Hand.

Schon in einem 3000 Jahre alten Lied der Bibel heißt es: "Singt dem Herrn ein neues Lied! Singt dem Herrn, ihr Bewohner der Erde! Dankt ihm und verkündet es Tag für Tag, wie gern Gott hilft. Erzählt allen Menschen von seiner Herrlichkeit. Berichtet allen Völkern von Gottes großen Taten." (Psalm 96, 1-3)

Wenn Gott handelt, soll, darf und kann ich nicht schweigen. Dann gibt es sowas wie einen "missionarischen Imperativ". Ich möchte mich davon bewegen lassen und gegen alle Trägheit und gegen alle Einwände fröhlich und frei von meinem Glauben reden. Das ist das normalste von der Welt.

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