/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein gutes Wort eingelegt

Bibelvers

Und ich bat den HERRN und sprach: Herr HERR, verdirb dein Volk und dein Erbe nicht, das du durch deine große Kraft erlöst und mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt hast!

5. Mose 9, 26

„Vielleicht können Sie ja ein gutes Wort für mich einlegen…“  Ich habe erlebt, dass das manchmal ganz sinnvoll ist. Wenn ich als Kind Mist gebaut hatte, was war ich froh, wenn meine Eltern oder Freunde sich vor mich gestellt haben und für mich gesprochen haben. Als Erwachsener geht es mir aber genauso. Mein Chef, mein Arbeitgeber, mein Kollege, sie alle können in brenzligen Situationen eine Art „Schutzschild“ für mich sein. Hier geht es in der Regel nicht um Leben und Tod, aber ein gutes Wort kann unter Umständen auch das verhindern.

Ein Beispiel ist für mich Mose. Er stand dem Volk Israel vor, war sein Oberhaupt. Er leitete und führte es – im wahrsten Sinne des Wortes- durch die Wüste. Was für eine Aufgabe! Ein ganzes Volk, das vierzig Jahre durch vertrocknetes Land geführt wird. Ein Land, das mir tägliche Entbehrungen abverlangt. Kein Wasser – nur Felsen und Sand. Kein Haus – nur Zelte. Das hieß auch schlechte Laune, Kritik und zwar nicht nur an Mose, sondern auch an Gott. An demjenigen, dem sie die Befreiung aus Ägypten verdankten. Die Kritik, mündete gelegentlich in lautstarke Auflehnung.

Mose steht also zwischen zigtausend dickköpfigen Israeliten und einem allmächtigen Gott. Dieser allmächtige Gott hatte schlicht und ergreifend irgendwann die Nase voll, also wollte er sich von diesem Volk abwenden und es strafen. Wenn ich an Moses Stelle gewesen wäre, ich hätte mich wahrscheinlich schleunigst auf die Seite Gottes geschlagen und ihm Recht gegeben. „Ja, genau, die sind aber auch fürchterlich, die Menschen… und so undankbar. Also ehrlich Gott: ich hab vollstes Verständnis, wenn du jetzt Feuer auf sie fallen lässt.“ Zum Glück war Mose da loyaler. Ein Leiter, ein Anführer, der seine Verantwortung übernimmt – für diejenigen, die er leitet. Hier seine Worte gegenüber Gott: „Herr, mein Gott, bitte bring dein Volk nicht um. Es gehört doch dir! Du hast es durch deine Macht befreit, mit starker Hand hast du es aus Ägypten herausgeführt.“

Da fehlen mir die Worte. Ein kleiner Mensch fängt an, mit Gott zu diskutieren. Und wie geht das Gespräch aus? Gott lässt sich umstimmen und verschont sein Volk. Gott lässt Gnade über tausende von Menschen walten, weil nur einer ihn darum gebeten hat. Was sagt das über meine Möglichkeiten aus? Was sagt das darüber aus, wie Gott mich sieht und wie sehr er mich liebt?

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