/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Täglich nach dem Segen Gottes greifen

Bibelvers

Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen.

Psalm 115,13

Eine Frau erzählte mir, dass sie ein ganzes Leben lang immer nur gegeben hat: Liebe, Zeit, Geld, Zuwendung. Aber jetzt, wo sie alt ist und selbst Hilfe gebrauchen könnte kommt nichts zurück. Ein typisches Ungleichgewicht von Geben und Nehmen. Immer war sie stark und hilfreich, bis die anderen klein und hilflos geworden sind. „Bin ich also selber noch Schuld daran“, hat sie gefragt. Nein, habe ich gesagt, das ist keine Frage der Schuld, sondern eine Frage des Nehmen-Könnens.

Das gilt auch ganz besonders in der Beziehung zu Gott. Wir sind oft schwer aktiv, rödeln herum, kommen aus der Puste. Schließlich ist unser Einsatz gefragt. Das Immer-nur-Geben ist besonders in christlichen Kreisen hoch angesehen, und es geschieht meist in bester Absicht. Selbst ich als ERF-Mitarbeiterin stehe in einem solchen Prozess. Da liegt viel Arbeit auf dem Schreibtisch - und die muss doch getan werden!

Doch wie oft bin ich dann abends total erschöpft und mir fehlt die Kraft und die Lust in der Bibel zu lesen, Zeit mit Gott zu haben. Als ich das begriffen habe, wusste ich nur eins: Das muss sich ändern.

Ich muss und will das „Nehmen“ – wieder lernen. Ich will wieder täglich nach dem Segen Gottes greifen. Aus seiner grandiosen Fülle leben. Denn aus jeder tiefen Begegnung mit Gott fließt mir enorm viel zu: Kraft, Freude, Gewissheit, Trost, Liebe, Barmherzigkeit, Segen. Es wäre fatal darauf zu verzichten. Das wäre ein total verkürztes Christsein. Der Glaube lebt erst durch die Beziehung.

Eine Freundin von mir schickt mir oft ein Päckchen ins Haus mit vielen schönen Sachen drin. Am Anfang war mir das peinlich, weil ich eben nicht so eine Päckchenpackerin bin. Ich konnte mich also nicht revangieren. Es fiel mir schwer, das einfach so anzunehmen. „Meine Begabung ist es Päckchen zu packen und so an andere zu denken und ihnen eine Freude zu machen“, schrieb sie mir mal. Und so habe ich das „Nehmen“ gelernt. Auch in Bezug auf Menschen ist das wichtig.

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