/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Hebräer 13,3

Bibelvers

„Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene.“

Hebräer 13,3

Umsonst ist nur der Tod – und der kostet das Leben. Alles hat seinen Preis. Das gilt auch für persönliche Überzeugungen, das gilt auch für den christlichen Glauben: Einmal anders herum betrachtet: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Wenn es niemanden scheren würde, was Christen glauben, wenn ihre Botschaft nicht wahrgenommen würde, weder angenommen noch abgelehnt oder bekämpft: Das wäre auch aufschlussreich. Dann könnte man zu dem Ergebnis kommen: Die Untergangspropheten hatten recht, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Absterben der Religion vorhergesagt haben.

Die großen Diktaturen des 20. Jahrhunderts haben versucht, dem nachzuhelfen und das Verschwinden der Religion zu beschleunigen, vor allem das Verschwinden des jüdischen und des christlichen Glaubens. Und das hatte durchaus Wirkung. Andererseits bewährt sich der Glaube gerade in den Kerkern und Folterkellern und Umerziehungslagern, und die Märtyrer werden mit ihrem Bekennermut zu Vorbildern für die nächste Generation von Gläubigen. Diese Erfahrung zieht sich durch die gesamte Kirchengeschichte.

Bereits der Hebräerbrief, im letzten Drittel des 1. Jahrhunderts entstanden, appelliert an seine Leser: „Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene.“ Schon da war der christliche Glaube auf dem Prüfstand, schon da wurde einzelnen Gläubigen extrem viel abverlangt. Für die Gläubigen, denen es vergleichsweise gut geht, die ihre Überzeugung ungehindert äußern und ihren Glauben ganz offen leben können, also für einen wie mich, ist das Schicksal der Gefangenen Mahnung und Ansporn zugleich: Der Glaube prägt und trägt und ist auch den höchsten Einsatz wert. 

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