/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Johannes 17,15

Bibelvers

"Jesus betete: Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen."

Johannes 17,15

„Die sind irgendwie nicht von dieser Welt…“ - so seufzt man über Menschen, die so gar nicht angepasst leben wie alle anderen. „Weltfremd“ - dieses Vorurteil trifft oft auch Christen. Wenn ich mich für einen Moment mal im Klischee austoben darf: Christen sind angeblich weltfremd. Sie wissen weder, welche Klamotten gerade angesagt sind noch welcher Song diese Woche auf Platz 1 der Charts steht. Christen haben angeblich Angst vor allem Unbekannten und Bedenken vor allem Neuen. Sie sind lieber in einem Jahrtausende alten Buch zu Hause als im 21. Jahrhundert. Christen sind angeblich voller Schuldgefühle und brauchen in dieser Welt ständig jemanden, der sie beschützt.
Soweit das Klischee, das Vorurteil. Wenn das Klischee wirklich stimmt - wäre es dann nicht besser, Gott würde sie aus dieser ach so bösen Welt herausholen? Ich denke weiter nach über den Vorwurf, Christen seien weltfremd. Und merke, wie dabei aus einem abschätzigen Vorurteil eine Anerkennung des Andersseins wird:
Christen sind weltfremd. Sie müssen nicht krampfhaft im Hier und Jetzt die endgültige Erfüllung ihrer Sehnsüchte organisieren. Sie haben Hoffnung auch in ausweglosen Situationen. Christen sind frei vom Urteil anderer. Sie definieren ihren Wert nicht über ihre Leistung oder ihren Kontostand. Sie müssen nicht zuerst den eigenen Vorteil suchen. Christen wissen um die eigene Fehlbarkeit und gestehen sie auch anderen zu. Sie können zu ihren eigenen Fehlern stehen und haben jemanden, der ihnen vergibt.
Ich finde, unsere Welt braucht dringend Menschen, die so sind. Ich glaube, das ist der Grund, warum Jesus einmal für seine Leute gebetet hat:  "Gott, ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen."
Jesus weiß, dass seine Nachfolger weltfremd sind. Das bedeutet:  Ihr Zuhause liegt jenseits dessen, was man sehen und anfassen kann. Und genau deshalb sendet Jesus seine Leute in die Welt. Als Welt-Fremde, die anderen Mut und Hoffnung machen, dass es außerhalb der sichtbaren Welt jemanden gibt, der sie liebt.
 

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