/ Anstoß - Gedanken zum Tag

1. Chronik 28,9

Bibelvers

"Der HERR erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken."

1. Chronik 28,9

Der König David ist alt geworden. Sein Leben neigt sich dem Ende zu. Sein Reich ist gebaut. Seine Hauptstadt befestigt. Der Staatsdienst geordnet und auch das religiöse Leben ist gut vorbereitet. Nur eins ist David versagt geblieben: Den Tempel darf er nicht bauen. Das hat Gott ihm verboten. Ein anderer soll ihn bauen. Dieser andere ist sein Sohn Salomo. Er wird der neue König.

Darum hält David eine Rede für die wichtigsten Leute in seinem Staat. Er spricht von der Aufgabe des Tempelbaus als Verpflichtung der kommenden Generation. In diesem Zusammenhang redet der Vater ganz persönlich zu seinem Sohn.

David verpflichtet seinen Sohn Salomo nicht, auf politische Zielvorstellungen und auch nicht auf irgendwelche besonderen Erkenntnisse und Programme. Nein, David lädt seinen Sohn zum Gottesdienst ein.

Schließlich sagt er zu ihm: „Der Herr erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken. Wirst du ihn suchen, so wirst du ihn finden. Wirst du ihn aber verlassen, so wird er dich verwerfen ewiglich“ (1. Chronik 28, 9).

So steht es im Alten Testament im 1. Buch der Chronik im 28. Kapitel.

Dieses besondere Erbe vom Vater ist für den Sohn Einladung und Verpflichtung zugleich. Salomo hat sich einladen lassen, hat sich auch in die Pflicht nehmen lassen. Nun ist das ja nicht nur ein Erbe für einen neuen König. Auch mein Herz erforscht Gott. Auch mein Dichten und Trachten versteht er. Und für alle Menschen gilt: Wer ihn sucht, findet ihn. So wie es der Kirchenvater Augustinus (354-430  n. Chr.) gesagt hat: „Unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir.“

Meine Verpflichtung ist die angemessene Antwort auf seine Einladung. Etwas Besseres konnte uns Gott gar nicht hinterlassen, als dass er uns mitteilt: „Ich kenne dich. Ich verstehe dich. Ich bin nicht weit weg von dir. Du kannst mich finden.“ Dann kann ich beten, wie es der Musiker Johannes Petzold getan hat:

„Besser als ich mich kenne, kennst du mich, Gott.
Mehr als ich mir selbst bin, bist du mir, Herr.
Was ich auch denke, plane, ist dir bekannt.
Helle und dunkle Wege, du weißt sie wohl.
Rings um von allen Seiten umgibst du mich.
In deiner Hand ist mein Leben, wo ich auch bin.“

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