/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Jeremia 10,6

Bibelvers

"Dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist."

Jeremia 10,6

Vor etwas mehr als 150 Jahren hat sich der Philosoph Ludwig Feuerbach an die Entzauberung der Welt gemacht und an die Zwangsräumung des Götterhimmels. Und zwar mit schonungsloser Religionskritik. Das war eine ziemlich humorlose Veranstaltung – und noch nicht einmal originell.

Denn 2 ½ Jahrtausende vor Ludwig Feuerbach hat im Königreich Juda der Prophet Jeremia schon mal was ganz ähnliches gemacht, freilich mit ungleich höherem Unterhaltungswert. Hohn und Spott hat Jeremia über die Götzen der antiken Welt ausgeschüttet. „Nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld“ seien sie, stumm, bewegungslos, menschliche Konstrukte, die „weder helfen noch Schaden tun“ können.

Nur einen hat Jeremia von der vernichtenden Kritik ausgenommen: Den Gott Israels. Dem hat er bescheinigt: „Dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist“ (Jeremia 10,6). Und der Prophet hat auch gleich starke Argumente geliefert, warum es sinnvoll ist, beim großen Kehraus an diesem einen Gott festzuhalten: Es wäre ja auch dumm, ausgerechnet dem Schöpfer aller Dinge, dem Inbegriff der Weisheit und der Kraft zu signalisieren: Sorry, wir brauchen dich nicht mehr. Gott würde das nicht schaden – den Menschen, die so handeln, schon. Also: Nein zu menschengemachten Göttern und zur Vergötzung von leblosen Dingen – aber ein klares Ja zu dem Gott, der mit dem Volk Israel Geschichte gemacht hat – und bis heute seine Tatkraft beweist. 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren