/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Jesaja 12,1

Bibelvers

"HERR, ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest."

Jesaja 12,1

„Ich möchte Trost“ – so sagte es jemand am Telefon. Nach einem Gebet fragte eine Person: „Hast du nichts von Gott für mich, das du mir sagen kannst?“ Gemeint war nicht irgendein Bibelvers – sondern etwas wie: „Fürchte dich nicht,… ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jesaja 43,1)
Je chaotischer es in einem Leben aussieht, umso stärker ist oft der Wunsch nach etwas, was einen Lichtblick verschafft, ein kurzes Lächeln über das Gesicht huschen lässt. Nach etwas, das das Herz wärmt. Nach einer Streicheleinheit für die Seele.
Verstehen kann ich das gut.
Allerdings sind Worte aus der Bibel, die runter gehen wie Öl, oft ein Ausblick auf das Ende einer langen Kette von Kummer und Leid. Sie beenden den Schmerz meist nicht abrupt. Sie führen nicht von heute auf morgen eine Wende herbei.
Wozu sind sie dann gedacht?
Harte Jahre, oft sogar Jahrzehnte der Qual können durchgestanden werden, wenn Gott uns gut zuspricht. Ein Lebenswort schenkt – ein Überlebenswort. Eins das eine Veränderung in Aussicht stellt, ohne dass derjenige weiß, in wie vielen Monaten, Jahren das der Fall sein wird. So ein Überlebenswort für das Volk Israel, das von der Supermacht Assyrien bedroht ist, ist der folgende Vers aus dem Jesajabuch (Jes. 12.1):
„Zu der Zeit wirst du sagen: HERR, ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest.“
Am Ende steht das Lob Gottes, eine Erkenntnis und Trost:
In diesem Fall hat die handfeste Bedrohung etwas mit mir selbst zu tun. Ich habe den Zorn Gottes heraufbeschworen. Womit? Z. B. dadurch, dass ich mein Ding mache, ohne Gott den Ton angeben zu lassen. In der Bibel wird dieses Verhalten Sünde genannt. Der Zorn Gottes ist berechtigt. Und die Bitte lautet – dass der Zorn ein Ende findet. Dass am Ende Trost da ist. Gottes Trost. Diese Aussicht und diese Erkenntnis helfen, durchzuhalten, auszuhalten und sich wieder ganz und gar Gott zuzuwenden.
 

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