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Engagiert und kontrovers

Engagiert und kontrovers diskutiert haben die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion am Donnerstagvormittag beim 10. Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg. Aus dem Nürnberger Kongresszentrum berichtet Timo König. Und das sagen die Podiumsteilnehmer:

Europa hat Dank Christentum eine Chance

Professor Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Köln:  Die Risiken für Europa sind gewachsen. Das unterschiedliche Wirtschaftswachstum der Mitgliedsstaaten gefährdet die europäische Einheit. Die EU ist aber ein gut begründeter Verbund, der auf den griechisch-römischen Werte der Antike sowie dem Christentum beruht. Der Nationalstaat darf dabei nicht nur negativ gesehen werden. Allerdings darf es keinen Rückzug in nationalstaatliches Denken geben, die Staaten müssen stattdessen als selbstbewusste Partner gemeinsam konstruktiv nach vorne denken.

Kirche liefert der Wirtschaft keine Orientierung

Michael Inacker, Vorsitzende der Internationalen Martin Luther Stiftung und Vorstandsvorsitzende der Unternehmens- und Kommunikationsberatung WMP-EuroCom AG, Kleinmachnow bei Potsdam: Die Kirche liefert Christen in der Wirtschaft keine Orientierung, weil sie eine Schwarz-Weiß-Ethik betreibt. Sie hat ihre Relevanz und ihren Einfluss bei großen Unternehmen längst verloren.

Kirche bietet Unternehmern sehr wohl geistliche Heimat

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und EKD-Ratsvorsitzender, München: Am Kongress christlicher Führungskräfte nehmen viele Menschen teil, die sich im Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) engagieren, und unternehmerisches Handeln sehr differenziert betrachten. Die Kirche hat die Aufgabe, die klare Grundorientierung der Bibel ins Gespräch zu bringen.

Gesellschaft und Kirchen urteilen oft zu schnell

Friedhelm Loh, Unternehmer, Haiger/Mittelhessen: Die Kirchen müssen erst tiefer in wirtschaftliche Prozesse eintauchen, bevor sie urteilen. Nur wenn man im Teich schwimmt, spürt man die Temperatur. Um den Teich herumzustehen und zu urteilen, ist schnell passiert. Damit sollte man aber vorsichtig sein. Der Grad zwischen Korruption und Nichtkorruption ist oft sehr eng.

Führungskräfte sollen Boschafter sein

Pastor Horst Marquardt, Kongress-Vorsitzender, Wetzlar: Führungskräfte in Wirtschaft und Politik sollen „Botschafter Christi“ sein. Die Kirchen in Europa sind zu angepasst und eingeengt „unter der Glocke politischer Korrektheit“. Deshalb wird die Kirche zunehmend bedeutungslos.


Einzigartiger Kongress zum Thema Wirtschaft und Werte aus christlicher Sicht 

Der Kongress christlicher Führungskräfte gilt als größter Kongress zum Thema Wirtschaft und Werte aus christlicher Sicht im deutschsprachigen Europa. Seit 1999 findet er aller zwei Jahre statt. Ziel ist es, Christen in Führungspositionen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und Werte zu leben. Veranstalter des Kongresses ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea, Wetzla, in Kooperation mit der Firma „tempus Akademie & Consulting“, Giengen bei Ulm, sowie eine breite Allianz aus Unternehmerverbänden, landes- und freikirchlichen sowie anderen christlichen Organisationen.

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