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Als Christ unter muslimischen Scheichs

Die Situation von 3 Millionen Gläubigen auf der arabischen Halbinsel.

Auf der arabischen Halbinsel leben etwa 3 Millionen Christen. Es sind hauptsächlich Gastarbeiter. Sie kommen von den Philippinen, aus Äthiopien oder Indien. Der Staat schirmt sie von der übrigen Bevölkerung ab.

Tausende feiern Gottesdienst im „Compound“

Der katholische Bischof von Bamberg, Ludwig Schick, hat ein Ghetto in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht. In dem sogenannten „Compound“ feiern Christen jeden Sonntag 20 Gottesdienste in 12 Sprachen. Daran nehmen jeweils bis zu tausend Gläubige teil. Sie seien oft „heimatlos und entrechtet“, so Schick. Der Glaube biete da Halt und Hilfe.

Bibeln in Saudi-Arabien verboten

Den Christen in den Vereinigten Arabischen Emiraten geht es da noch vergleichsweise gut. Laut Missionswissenschaftler Professor Harald Suermann erstickt der große Nachbar Saudi-Arabien jede christliche Aktivität sofort im Keim: „Kirchen dürfen nicht gebaut werden. Der Besitz von Bibeln kann bestraft werden.“ Dennoch gibt es die christlichen Gastarbeiter in Saudi-Arabien. Sie sind gezwungen, für sich und ihre Familien im Heimatland Geld zu verdienen. Vielen bleibe nur die Möglichkeit, übers Internet an Gottesdiensten teilzunehmen.

Ex-Muslime mit dem Tode bedroht

Noch schlimmer trifft es Muslime, die Christen werden. Die saudische Religionspolizei verfolgt sie. Sie müssen mit der Todesstrafe rechnen. Umgekehrt erfahren viele christliche Gastarbeiter auf der arabischen Halbinsel Druck. Sie sollen zum muslimischen Glauben konvertieren, bekommen dafür eine Beförderung oder eine Strafverkürzung angeboten. Der katholische Bischof für das südliche Arabien, Kappuzinermönch Paul Hinder, fordert daher eine Abgrenzung des Westens zu den saudischen Herrschern und verurteilt gleichzeitig die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien – auch wegen des Vernichtungskriegs im Jemen: „Das Schlimme ist, dass niemand mehr das als Sünde sieht.“


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