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Damit Kinder nicht verloren gehen

Männer, die ein Kind auf dem Schoß haben – es knuddeln und einfach lieb haben. In den meisten Fällen ist das für beide einfach nur schön. Doch die Realität ist leider komplizierter. Hinter mancher scheinbar harmonischen Fassade verbirgt sich sexuelle Gewalt.
 

Hohe Dunkelziffer

12.000 Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr Opfer. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Das beste ist, pädophil empfindende Männer vor einem Übergriff von einer Tat abzuhalten. Der Sexualmediziner an der Berliner Charité, Professor Klaus Beier, sagt: „Menschen mit pädophiler Neigung können nichts für ihre Ausrichtung. Aber sie können etwas dafür, dass aus den Phantasien kein Verhalten wird.“ Dafür gibt es das Netzwerk „Kein Täter werden“. In 11 Städten verteilt über ganz Deutschland können sich Männer melden. Wichtig dabei: Sie bleiben während der Therapie, die immerhin 2 Jahre dauern kann, anonym. Und auch danach müssen sie ihre Identität nicht preisgeben. Denn: Das Thema ist schließlich schambesetzt. Und natürlich reagieren nicht Betroffene abwehrend.

 

Einsamkeit treibt zur Tat

Viele pädophil empfindende Männer werden so in die Einsamkeit gedrängt. Eine Situation, die den Drang, Täter zu werden, verstärke, so Beier.
Ein weiteres Problem sind Bilder von Kindesmissbrauch im Internet. Bilder, die sich im Kopf festsetzen. Professor Beier fordert daher ein härteres Vorgehen gegen Kinderschänder im Netz – um der Kinder willen, aber auch für seine Patienten, die Veränderung wollen.
7.000 Männer von geschätzt einer Viertelmillion haben sich bisher ans Netzwerk „Kein Täter werden“ gewandt. Das erscheint wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch jede verhinderte Tat schützt ein Kind.


Oliver Jeske

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