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Idylle in Aufruhr

Bautzen eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen

Am Dienstagmittag, 20.09.2016, ist der Kornmarkt in Bautzen wie leergefegt. Doch die Konflikte und die Schlägereien zwischen jungen Flüchtlingen und jungen Bautzener sowie das große Medieninteresse an diesen Ereignissen in den vergangenen Tagen stecken der Stadt noch in den Knochen. Die Ereignisse hatten es bis in die ARD-Talk-Sendung Anne Will geschafft, in der der Bürgermeister von Bautzen versuchte, seine Stadt zu verteidigen.

Regina König hat am Dienstag mit zwei Menschen aus der Stadt gesprochen, die Brücken bauen wollen.

Claus Gruhl steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben; er ist Verwaltungsleiter der evangelischen Domgemeinde in Bautzen und sitzt im Stadtrat für Bündnis90/Die Grünen. Seit Jahren engagiert er sich für ein friedliches Miteinander, doch die Ausschreitungen vergangene Woche machen ihn ratlos. Schließlich ist Bautzen nicht zum ersten Mal wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in den Schlagzeilen: im Februar verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft. Guhl betont: die Mehrheit der Bautzener sei nicht fremdenfeindlich, doch seiner Meinung nach hegen etwa 40% der Bürger Ressentiments gegenüber Ausländern. Auch in der Kirchgemeinde sei die Stimmung gespalten.

Bildungsarbeit soll helfen

Viele Gemeindemitglieder allerdings engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe, haben Patenschaften übernommen oder geben Deutschunterricht. Um ein gutes Miteinander zwischen Bautznern und Asylsuchenden zu fördern, setzt Christian Tiede, Pfarrer in der St. Petri-Gemeinde, auf Bildungsarbeit und ein offenes Wort in der Predigt.

Um das Demokratiebewusstsein zu stärken, laufen noch bis zum 3. Oktober die Bautzener Demokratiewochen, getragen von Parteien, Gewerkschaften und auch von der evangelischen Domgemeinde St. Petri.


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