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Kein Kind ist unzumutbar

Rund 7.500 Demonstranten sind nach Angaben des Veranstalters, dem Bundesverband Lebensrecht, einem Zusammenschluss aus 13 Organisationen, am Samstag, 17.09.2016, zum Marsch für das Leben mit weißen Kreuzen ausgestattet schweigend durch das Berliner Regierungsviertel gezogen. Damit wollten sie an die rund 100.000 Kinder erinnern, die im Jahr 2015 durch einen Schwangerschaftsabbruch nicht das Licht der Welt erblickt haben.

Ihnen gegenüber standen 1.500 Gegendemonstranten, die sich aus feministischen und eher linksgerichteten Gruppen zusammensetzten, darunter auch Vertreter von „Bündnis 90/Die Grünen“, der Partei „Die Linke“ und der SPD. Zu Zuammenstößen kam es nicht. Beide Kundgebungen blieben friedlch. Allerdings waren aus dem Lager der Gegendemonstranten unter anderem Sprechchöre zu vernehmen wie „Schluss mit dem Mittelalter“ oder „Hätt' Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“.

Bischöfe uneins: Koch dabei - Dröge auf Distanz

Von der Gegendemonstration unbeeindruckt reihte sich der katholische Bischof des Bistums Berlin, Heiner Koch, der seit einem Jahr dieses Amt innehat, in den Marsch des Lebens ein. Koch bedauerte gegenüber ERF Medien, dass das Thema Schwangerschaftsabbruch in der gesellschaftlichen Diskussion keine Rolle mehr spiele, weil „man sich damit abgefunden“ habe, und wollte denen, „die keine Stimme mehr haben, wie anderen, deren Leben sich durch Behinderung nicht entfalten könne, sagen, ‚Ja, ich kämpfe für euch.‘“

Der evangelische Bischof der Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, EKBO, Markus Dröge, nahm nicht am Marsch für das Leben teil. Eine persönliche Stellungnahme war für ERF Medien von Markus Dröge nicht zu bekommen. In einem Interview begründete die Pressesprecherin der EKBO, Heike Krohn-Bräuer, in Dröges Auftrag die Nichtunterstützung damit, dass die EKBO den Marsch für das Leben im Blick auf die betroffenen Frauen „für keine geeignete Form“ halte.

Befürchtung: Bluttests führen zu mehr Abtreibungen

Doch das Thema Schwangerschaftsabbruch war nur eines unter anderen Themen, die den Bundesverband Lebensrecht beschäftigt. Ein Schwerpunkt der Kritik in diesem Jahr auf dem „Marsch für das Leben“ waren Bluttests an Ungborenen, die sich immer einfacher durchführen lassen, und Aussagen über eine mögliche Krankheit oder den Grad einer möglichen Behinderung bei dem Ungeborenen zulassen. Die Lebensrechtler wandten sich am Samstag gegen den Vorschlag, dass diese sogenannten Praenatests in Zukunft von den Krankenkassen finanziert werden sollen. Martin Lohmann, der Vorsitzendes des Bundesverbands Lebensrecht, warnte auf der Kundgebung davor, dass es durch die Praenatests mehr Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland geben könnte. Lohmann wörtlich: „Wir wollen keine Selektion, nie wieder!“

Zwölfter Marsch für das Leben

Der diesjährige Marsch für das Leben war der zwölfte in der deutschen Hauptstadt. Der erste Marsch konnte rund 1.000 Teilnehmer verzeichnet. Vor allem in den letzten Jahren ist die Teilnehmerzahl gewachsen.

Hier geht es zum Vorbericht, in dem auch das Interview mit der Pressesprecherin der EKBO, Frau Krohn-Bräuer, enthalten ist.

Die Radioreportage über den zwölften Marsch für das Leben hören Sie, wenn Sie das Audiofeld anklicken.

 

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