/ Aktuelles vom Tag

Die Stimmung ist aufgeheizt

Die Wand der Kirchengemeinde Herz Jesu in Berlin-Mitte ist mit brauner Farbe bespritzt. Daneben ist die Parole geschmiert: ‚Eure Propaganda stinkt zum Himmel‘. Ergebnis eines Farbanschlags auf das hier ansässige Büro des Bundesverbands Lebensrecht. Für Gerhard Steier ist das nichts Neues. Er verantwortet den Marsch für das Leben mit − eine Demonstration gegen Abtreibung an diesem Samstag. „Das ist ein erheblicher Sachschaden, der auch unseren Vermieter, die katholische Kirche, mit betrifft.“

Verurteilung von Frauen?

Diese Straftat verurteilt natürlich auch die Evangelische Kirche in Berlin. Trotzdem schickt Bischof Markus Dröge bereits zum zweiten Mal in Folge kein Grußwort an die Demonstranten des „Marsches für das Leben“. Er selbst stand ERF Plus für ein Interview nicht zur Verfügung. Stattdessen kritisiert seine Pressesprecherin Heike Krohn-Bräuer den Umgang des Bundesverbands Lebensrecht mit der Abtreibung: „Dieses Thema eignet sich unser Meinung nach nicht dafür, Frauen zu verurteilen, wenn sie sich gegen das Kind entscheiden.“

Verurteilung der Frauen: ein Vorwurf, dem sich Gerhard Steier immer wieder ausgesetzt sieht, und dem er entschieden widerspricht: „Wir ringen mit den Frauen um das Leben des Kindes. In unseren Beratungsstellen versuchen wir Ermutigung zu geben, damit sie ein Ja zu dem Kind finden können.“

Ohne Marsch keine Abtreibungs-Diskussion

Doch warum darüber hinaus bereits zum 12. Mal der „Marsch für das Leben“? Offensichtlich ist er Anlass für viele Missverständnisse. Die Stimmung zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern ist aufgeheizt. In den letzten Jahren musste die Polizei den Marsch vor dem Übergriff von Gegendemonstranten schützen. Könnte sich die Lebensrechtsbewegung nicht schlicht auf ihre praktische Hilfe für Schwangere in Not konzentrieren?

„Wir stellen uns die Frage auch jedes Jahr. Ich frage mich oft: Wenn es den Marsch nicht gäbe, würde überhaupt noch in der Gesellschaft über dieses Thema diskutiert? Ich denke nein!“, begründet Steier seine Meinung.

Ein Vermittler fehlt

Was in der ganzen Situation fehlt: Ein Moderator, der wieder ein Gespräch zwischen Lebensschützern und Abtreibungsbefürwortern möglich macht. Die Evangelische Kirche in Berlin wäre vielleicht die Richtige dafür. Doch sie zieht sich aus dem Thema zurück. Anders als der katholische Bischof von Berlin. Er geht in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem „Marsch für das Leben“ mit. Pressesprecherin Heike Krohn-Bräuer will dennoch ihre evangelische Kirche nicht als die verstanden wissen, die stillschweigend Abtreibungen in Deutschland abnickt. Ihr geht es nur um die Art des Protestes. Das Thema Schwangerschaftsabbruch eigne sich nicht „für einen Protest in dieser Form“. 

Mehr Infos auf der Webseite von „Marsch für das Leben“

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren