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Mehr Zeit fürs Kind und trotzdem im Job

Beruflich vorankommen und nicht den Anschluss verlieren und gleichzeitig genug Zeit für die Kinder haben, viele junge Eltern wünschen sich das und stehen gleichzeitig vor schier unlösbaren Herausforderungen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat dazu in Berlin eine Lösung präsentiert.

300 Euro für weniger Arbeit

Das Prinzip ist einfach: Nehmen wir die Eltern Anna und Klaus mit ihrem Sohn Paul. Paul ist im Vorschulalter. Anna und Klaus haben bisher beide Vollzeit 40 Stunden in der Woche gearbeitet. Jetzt wollen beide kürzer treten. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will Anna und Klaus dabei mit 300 Euro im Monat unter die Arme greifen. Anna und Klas dürfen bzw. müssen dabei bei weiter zwischen 28 und 36 Stunden ihrem Job nachgehen.

Schutz vor Armut

„Vollzeitnah“ soll es nach dem Willen der Ministerin sein. Denn Anna soll im Alter eine eigene auskömmliche Rente haben. Ein erstrebenswertes Ziel. Doch von den 300 Euro Familiengeld fließt kein einziger Cent in Annas gesetzliche Rentenversicherung. Vollzeit arbeiten ist für Anna mit Blick aufs Alter immer noch vorteilhafter. Annas Erziehungsarbeit, die sie sich mit Klaus teilt, wird nicht belohnt.

Begrenzung auf 2 Jahre

Außerdem soll es das Familiengeld für maximal 2 Jahre geben. Zusammen mit dem Elterngeld entsteht bis zum Schulbeginn eine Lücke, bis Paul in die Schule kommt. Aber immerhin können Anna und Paul jetzt eine gewisse Zeit Paul gemeinsam erziehen, ohne dass einer von beiden ganz aus seinem Job aussteigt. Manuela Schwesig sieht darin mehr Entscheidungsfreiheit und betont: „Der Staat darf sich nicht einmischen, wie Familien leben wollen.“ Tatsächlich können Anna und Klaus ihre Arbeit auf jeweils 28 Stunden reduzieren. Ein Rechtsanspruch soll das garantieren.

Halbtagsarbeit nicht möglich

Doch wenn Anna und Klaus noch mehr Zeit für Paul wollen, zum Beispiel, weil er nicht in den Hort will, dann soll es vom Staat nichts geben. Vielleicht ist das keine Einmischung, eine Ungerechtigkeit aber auf jeden Fall. Auch die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie kritisiert zu enge Bedingungen für das Familiengeld, ging bei ihrer Stellungnahme aber von mindestens 32 Stunden Arbeitszeit aus.

Frauen sollen Fachkräftemangel ausgleichen

Manuela Schwesig sieht noch ein Vorteil des Familiengelds: Mehr Frauen sollen den Mangel an Fachkräften ausgleichen. Ob das gelingen wird? Selbst die SPD-Ministerin geht nur von 20 Prozent aus, die das Familiengeld nutzen würden. Bei ihrem Koalitionspartner, der Union, stieß sie bisher mit ihren Plänen auf Ablehnung.

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