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Christliche Hilfswerke kritisieren Bundesregierung

Neue Gesetze kein Schutz vor Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Stellen Sie sich vor, sie leben als Frau in bitterer Armut – zum Beispiel in Rumänien. Mit dem Versprechen auf einen anständigen Verdienst lockt man Sie nach Deutschland. Sie geraten in die Fänge von Menschenhändlern. Die zwingen Sie zur Prostitution.

Über 350.000 Zwangsprostituierte

Über 350.000 Zwangsprostituierte gebe es in Deutschland, sagt Ruth Müller vom christlichen Hilfswerk Solwodi. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich noch viel höher. Schuld daran sei ein Beschluss der rot-grünen Bundesregierung aus dem Jahr 2002, der die Prostitution aus der Sittenwidrigkeit in die Legalität überführt hat. Die Bundesregierung will jetzt gegensteuern. Prostituierte müssen sich zukünftig registrieren und gesundheitlich beraten lassen. Es soll eine Kondompflicht geben.

Bestrafung der Freier gefordert

Für Ruth Müller ist das aber alles nur Kosmetik. Sie fordert Mut zu einem radikalen Schnitt wie in Frankreich. Dort werden die Freier inzwischen bestraft, während die Frauen vor Strafe geschützt sind. Dafür plädiert auch Gerhard Schönborn von der christlichen Lebenshilfe Neustart e.V. 

Schönborn betreibt einen Anlaufpunkt für Frauen in der Prostitution am Berliner Straßenstrich. Zwar brauchen alle Bordelle in Deutschland zukünftig eine amtliche Erlaubnis. Wer sich dem entzieht, zahlt aber höchstens 5.000 Euro Strafe. Für Schönborn ist das ein zahnloser Tiger bei Etablissements, die bis zu einer halben Million Euro im Jahr einnehmen.

Junge Frauen werden Opfer

Eine weitere Forderung von Gerhard Schönborn: Wenn Deutschland sich schon weigert, Männer zu bestrafen, die den Körper einer Frau für Geld kaufen, müsste wenigstens das Alter der Prostituierten von 18 auf 21 Jahre hochgesetzt werden, ab dem Frauen legal in der Prostitution arbeiten dürfen. Denn gerade in diesem Alter werden sie oft Opfer von Menschenhandel.


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