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Die „Mutmacher“ vom Hauptbahnhof

Wie Christen dem Berliner Drehkreuz Menschlichkeit verleihen.

Sie helfen körperlich eingeschränkten Menschen beim Umsteigen von einem Zug in den anderen. Außerdem sorgen sie für das Wohl von gestrandeten Reisenden: die Frauen und Männer der Bahnhofsmission. Sichtbar ist oft nur die kurzfristige Hilfe. Doch am Berliner Hauptbahnhof gibt es spezielle Mutmacher wie Rainer König. Er hilft Menschen, die längerfristige Hilfe brauchen. Wie Frau, die obdachlos am Hauptbahnhof lebt. Aus Scham um ihre Situation traut sie sich nicht zu ihrer Tochter.

BahnCard günstiger als Miete

In vielen kleinen Schritten geht auch die „Mutmacherin“ Gabi Melchior auf Menschen zu. Ihre Erfahrung: Am Berliner Hauptbahnhof stranden oft Menschen, die eigentlich auf der Flucht vor etwas sind. „Die BahnCard 100 ist in der Regel günstiger als eine Jahresmiete in Berlin“, sagt Melchior. Solche Dauerreisende ohne festen Wohnsitz machen bei ihr Rast.

Die Mutmacher gibt es seit zwei Jahren am Berliner Hauptbahnhof. Finanziert werden sie durch Spenden – und mit Unterstützung von der Deutsche Bahn Stiftung.

Ruhepunkt für Dauerreisende

In den Räumen der Bahnhofsmission am Berliner Hauptbahnhof finden sie wenigstens für einige Momente einen Ruhepunkt. Hier hört Gabi Melchior erst einmal einfach zu, lässt sich die Lebensgeschichten erzählen. Sie hat festgestellt: Zu ihr kommen Menschen, die oft ihre Rechte nicht einfordern und sich einigeln.

Andachten schaffen ein menschliches Antlitz

Hat Gabi Melchior aber das Vertrauen eines Menschen gewonnen, dann versucht sie zu helfen: Sie vermittelt einen Wohnplatz, vielleicht auch eine Behandlung im Krankenhaus. Finanzielle Dinge werden geklärt. Aber die „Mutmacherin“ hat auch das seelische Wohl im Blick. Sie veranstaltet jede Woche eine kleine Andachten in der Bahnhofsmission am Berliner Hauptbahnhof.

Auf diese Weise bekommt der Berliner Hauptbahnhof ein menschlicheres Antlitz.


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