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Schwerter zu Pflugscharen

Hätten Sie's gewusst? Im Garten der UNO in New York steht eine Bronzeskulptur mit dem Titel „Schwerter zu Pflugscharen“. Erstaunlich daran ist: Das biblische Motiv stiftete 1959 die damalige Sowjetunion. Christen in der DDR griffen das zwanzig Jahre später auf. Sie kopierten den Schmied, der ein Schwert zu einem Ackergerät umarbeitet, und trugen ihn als Aufnäher auf der Kleidung. Höhepunkt war eine Schmiedeaktion im Innenhof des Lutherhauses in Wittenberg. Ein Schwert wird Symbolträchtig hereingetragen und in 1 ½ Stunden umgeschmiedet. Eine mutige Aktion.

Denn die DDR-Diktatoren hatten den Aufnäher längst verboten. Dennoch kommen zwischen 600 und 1000 Friedensaktivisten in den Hof des Lutherhauses. Sie lassen sich von der Staatsgewalt nicht abschrecken. Polizei und Stasi sind da: Doch sie greifen nicht ein, weil Richard von Weizsäcker in der Stadt weilt. Außerdem berichtet der WDR mit einem Fernsehteam.

Am nächsten Abend zeigt die Tagesschau die Bilder der Schmiedeaktion. Ein Erfolg für die friedensbewegten Christen in der DDR.

Eine leere Schablone

Jetzt soll ein Denkmal daran erinnern. Der Handwerker und Künstler Michael Krenz sägt aus einer großen Stahlplatte die Utensilien einer Schmiedewerkstatt. Aufgestellt wird die leere Schablone. Als Erinnerung. Denn viele Christen mussten den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ aus ihrer Kleidung schneiden. Und trugen seitdem aus Protest dort ein Loch. Michael Krenz denkt gerne an seinen eigenen friedensbewegten Lehrherren in der Schmiedewerkstatt zurück, an seinen Meister, der sich weigerte, Waffen auf dem Amboss herzustellen.


Ab März 2017 soll das Erinnerungsmal an die Aktion „Schwerter zur Pflugscharen“ im Rahmen des Reformatiosnjubiläums auf dem Lutherhof zu sehen sein.

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