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Mit 90 „Defender of the faith“

Die dienstälteste Monarchin der Welt wird heute 90 Jahre alt, die englische Königin Queen Elizabeth II. 1952 folgte sie ihrem plötzlich verstorbenen Vater Georg VI. auf den Thron, die Krönungsfeierlichkeiten fanden jedoch erst im Sommer 1953 statt. Sie waren das erste Ereignis, das rund um den Globus live im Fernsehen übertragen wurde. Und nach mehr als 60 Jahren mehren sich Stimmen, dass es nun doch Zeit werde, zugunsten eines Nachfolgers abzudanken. Ein Gespräch mit dem ERF Mitarbeiter und „Adelsexperten“ Michael Klein.

ERF Medien: Warum hält die Queen so eisern das Zepter in der Hand?

Michael Klein: Eine Antwort darauf findet man vielleicht, wenn man die Krönungszeremonie anschaut. Da war das gesamte Zeremoniell zu sehen – mit einer Ausnahme: Als der Erzbischof von Canterbury die junge Queen zur Herrscherin des Landes und der anglikanischen Kirche salbte, bestand sie darauf, dass dieser Teil den Blicken der Zuschauer durch einen Baldachin entzogen wird. Aus ihrem Umfeld wurde später bekannt, dass sie Gott damals im Gebet versprochen habe, ihm und dem Land bis zum letzten Atemzug zu dienen. Und bei diesem sehr privaten, intimen Gelöbnis wollte sie keine Zuschauer. 

ERF Medien: Über die Queen und Ihren Glauben erfährt man in den Klatschspalten der Zeitschriften, die beim Friseur und Doktor ausliegen, gar nichts. Warum?

Michael Klein: Eben weil das eine ganz private Sache ist. Nur in Nebensätzen deutet die Königin gelegentlich an, wie wichtig ihr der Glaube ist – und dass es Gott ist, der ihr täglich die Kraft und die Disziplin für ihr Arbeitspensum schenkt. Sie besucht sonntags immer einen Gottesdienst, egal, wo sie sich aufhält. Und das ohne Pomp und Zeremoniell. Wenn sie in Schottland ist, fährt sie unangekündigt mit einem alten Jeep vor einer Dorfkirche vor und feiert den Gottesdienst in der Gemeinde mit – als Privatperson wohlgemerkt, die keine Sonderbehandlung erwartet.

ERF Medien: Das ist für den Prediger sicher keine ganz einfache Situation. Da kommt er ahnungslos aus der Sakristei – und plötzlich sitzt da seine Chefin, denn sie ist ja auch weltliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche. 

Michael Klein: Richtig. Einer ihrer Titel lautet „Defender of the faith“. Zu deutsch: „Verteidiger des Glaubens“.

ERF Medien: Wie ernst nimmt sie diesen Titel?

Michael Klein: Wie alles, was mit ihrer Amtspflicht zusammenhängt, nimmt sie diese Aufgabe sehr ernst. Sie hat zwar keine theologische Richtlinienkompetenz. Aber sie sagt den Experten schon deutlich ihre Meinung. Nicht zuletzt äußert sie sich gelegentlich zu Glaubensfragen. Das tut sie aber selten so, dass es groß publik wird. Eine christliche Homepage in England hat einmal Glaubenszeugnisse der Queen gesammelt. Insgesamt zehn Stück sind auf Englisch nachzulesen.

In einer Radioansprache zu ihrem 21. Geburtstag – damals, im Jahr 1947 war sie noch Kronprinzessin - sagte sie zum Beispiel: „Gott helfe mir, mich ihm zu weihen, und Gott segne alle, die gewillt sind, das zu teilen.“

Und zum Thema Vergebung sagte sie 2011: „Obwohl wir zu großen Akten der Freundlichkeit fähig sind, lehrt uns die Geschichte, dass wir manchmal vor uns selbst geschützt werden müssen. Gott sandte eine einzigartige Person in die Welt – weder einen Philosophen, noch einen General, sondern einen Erlöser mit der Vollmacht zur Vergebung.“

ERF Medien: Vielen Dank für das Gespräch.


Sehen Sie noch einmal die Krönung von Queen Elizabeth in einem Beitrag von Royal Dynasty TV auf Youtube.

 

 

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