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Patientenwohl muss Priorität haben

Deutscher Ethikrat beklagt schwierige Zustände in Krankenhäusern.

Waren Sie in der letzten Zeit mal im Krankenhaus? Wenn ja, ist es ihnen hoffentlich gut bekommen. Denn Fakt ist: Immer mehr Patienten beklagen sich über unbefriedigende Behandlungen und überlastete Ärzte und Pfleger. Jetzt hat sich der Deutsche Ethikrat eingeschaltet. Zu ihm gehört der Medizinethiker Professor Thomas Heinemann. Er ist mit Ärzten im Gespräch, die oft Patienten wider besseres Wissen vorzeitig entlassen müssen. Der Grund sind die Fallpauschalen.

Patienten werden zu früh entlassen

Die Kliniken bekommen pro Patient einen festen Betrag von den Krankenkassen. Bleibt ein Patient länger als im Durchschnitt, so legen die Krankenhäuser dabei drauf. Die Patienten gehen und kommen meist wenige Tage später wieder. Das bringt neues Geld . Experten nennen das den sogenannten Drehtüreffekt. Bei den Krankenpflegern sieht es nicht besser aus. Sie stehen unter Dauerstress, sagt der Medizinethiker: „Trost spenden, zuhören, für Wohlbefinden sorgen – alles das kommt zu kurz!“

Visiten fallen weg

Patienten beklagen außerdem: Ärzte und Pfleger haben kaum noch Zeit, um in Ruhe mit ihnen über die Frage zu reden: Was bedeutet meine Krankheit eigentlich? Und welche Möglichkeiten der Therapie gibt es? „Was immer mehr wegfällt, sind die gemeinsamen Visiten mit Schwestern und Ärzten.“

Wie alles besser werden könnte: Dafür hat der Deutsche Ethikrat kein Patentrezept. Professor Thomas Heinemann schlägt Praktika in der Krankenpflege für Klinikmanager vor. Damit sie wissen, welcher Dienst am Patienten nötig ist.

Einsparpotenzial sehen die Experten des Ethikrats auch: Wenn sich Krankenhäuser mehr auf die Bedürfnisse von Behinderten einstellen würden, könnte manch teurer Aufenthalt auf der Intensivstation eingespart werden.


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