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Heil für Rechtsradikale

Oliver Schalks Weg raus aus dem braunen Sumpf

Das Bundesverfassungsgericht berät gerade über die Frage: Soll die NPD verboten werden? Doch was treibt junge Menschen überhaupt in die Fänge von Rechtsradikalen? Es sei die „fehlende Identität“, sagt Pastor Oliver Schalk aus Berlin. Er spricht aus eigener Erfahrung. „Ich brauchte Bestätigung und Anerkennung. Mein Vater war mit 10 Jahren einfach aus meinem Leben verschwunden.“, erzählt er. Die Kreis von Hooligans und die Partei wurden zur Ersatzfamilie. „Das war ein 'gutes' Zuhause. Wo man weiß: Die sind wie ich. Die denken wie wir.“, erinnert er sich.

Nichts Gutes ohne Fundament

Oliver Schalks eigene Erfahrung: Junge Menschen, die sich radikalisieren, treten in der Gruppe oft großspurig und scheinbar selbstbewusst auf. Spricht man mit ihnen allein, sind sie meist jedoch unsicher und defensiv. Menschen, die im Rechtsradikalismus feststeckten, seien laut Schalk „nicht besonders böse.“ Sie unterschieden sich kaum von anderen. Schalk beruft sich dabei auf die Bibel: „In uns ist nichts Gutes zu finden, wenn wir kein Fundament haben.“

„Christen haben mich auf den Boden geholt“

Oliver Schalk ist sich sicher: „Wer einmal im Rechtsradikalismus gelandet ist, bei dem ist Hopfen und Malz noch nicht verloren.“ Oliver Schalk selbst ist der beste Beweis dafür. Er spricht von Gnade, dass er immer wieder Christen begegnet sei in seiner radikalen Zeit. „Die haben mich auf den Boden runtergeholt, wo ich dachte: Mensch, ich laufe hier völlig schief.“

Die Suche nach dem Vater

Oliver Schalk empfiehlt, auf einzelne Rechtsradikale zuzugehen. Das liegt sicher nicht jedem. Pastor Schalk will, dass viele erst gar nicht in menschenverachtendes Gedankengut abrutschen. Deshalb arbeitet er heute mit gefährdeten Kindern und Jugendlichen in Berlin.  „Die haben eigentlich nur einen Wunsch: Dass man ihnen zuhört. Sie suchen eigentlich nur einen Vater.“, weiß der ehemalige Neo-Nazi zu berichten. Schalk selbst könne ihnen nur ein Freund sein. Er versucht den Kindern und Jugendlichen die Botschaft mitzugeben: „Irgenbdwann kommen Schwierigkeiten. Aber ich verlasse mich auf den Vater im Himmel.“

Bis vor wenigen Jahren hat Oliver Schalk das Projekt Zukunft für dich mit aufgebaut. Heute leitet heute die Kinderarbeit im Café Impuls


Eine Einordnung des Weltbildes der NPD können Sie in unserem Artikel „Klare Ansage gegen Rechts“ nachlesen.


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