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Dem Antisemitismus den Kampf ansagen

Parlamentarier aus aller Welt treffen sich in Berlin

Synagogen stehen unter Polizeischutz. Jüdische Mitbürger trauen sich an einigen Orten nicht, öffentlich, ihre typische Kopfbedeckung, die Kippa, zu tragen – aus Angst vor Übergriffen. All das ist traurige Realität in Deutschland. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau beklagt, dass 20 bis 25% aller Deutschen für antisemitische Ressentiments empfänglich seien. „Und das nicht nur am sogenannten rechten Rand, sondern quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und politischen Gruppierungen.“

Auch bei Flüchtlingen nicht die Augen verschließen

Deutschland rangiert im Vergleich mit seinen europäischen Nachbarn bei der Judenfeindlichkeit im Mittelfeld. Die Situation könnte sich allerdings verschärfen. Petra Pau warnt: Niemand sollte vor antisemitischen Gesinnungen die Augen verschließen – auch nicht bei Flüchtlingen, die aus muslimisch geprägten Ländern nach Deutschland kommen. In ihrer Heimat hegten 75% der Bevölkerung antisemitische Vorbehalte.

Ein internationales Problem

Ganz ohne Zweifel: Antisemitismus ist ein internationales Problem. Deshalb hat die Interparlamentarische Koalition zur Bekämpfung von Antisemitismus Parlamentarier aus über 60 Ländern nach Berlin eingeladen. Vom 13. bis 15. März werden sie über die Frage beraten: Was können Politiker und die Gesellschaft für die Sicherheit von jüdischen Minderheiten tun?

Die Volksvertreter wollen sich auch neuen Herausforderungen stellen, sagt Michael Roth, Staatssekretär im Auswärtigen Amt: „Das Internet ist immer mehr ein Forum des Rassismus und Antisemitismus und muss international bekämpft werden.“

Das Treffen der Politiker aus verschiedenen internationalen Parlamenten ist seit 2009 bereits das dritte seiner Art. Das Problem ist also längst erkannt. Hoffentlich können dann Menschen jüdischen Glaubens nicht nur in Deutschland bald wieder ganz selbstverständlich Flagge zeigen.


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