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Ein Aufruf zu Transparenz und Ehrlichkeit

Ein Hort der Harmonie und Liebe. Das sollten Kirchengemeinden doch sein, oder? An sich ist nichts dagegen einzuwenden. Doch wo Menschen zusammenkommen, gibt es Konflikte. Und die dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden, sagte Joseph Grenny auf dem Willow Creek Leitungskongress in Hannover. Er berät US-amerikanische Großunternehmen in Führungsfragen: „Das Problem ist, dass wir keine Kultur haben, in der diese Probleme ausdiskutiert werden können. Viele denken, dass es im Evangelium darum geht, dass wir immer die andere Wange hinhalten sollen. Aber wenn wir mal schauen, was die Bibel hauptsächlich anspricht. Da geht es um die Wahrheit ansprechen in Liebe.“, berichtet er in seinem Vortrag. Gemeindeleiter seien herausgefordert, eine offene Gesprächskultur zu leben.

„Dunkelkammer“ statt Anerkennung

In einem weiteren Vortrag auf dem Willow Creek Kongress ging es um die Herausforderung, Leiterschaft im Zeitalter von sozialen Netzwerken zu leben. Der Drang, sich im Internet zu präsentieren, setze gefährliche Prioritäten, so Christine Caine von der Hillsong-Gemeinde in Australien: „Wir erleben heute eine Generation, die das Rampenlicht sucht. Aber das Licht, das auf dich scheint, wird dich umbringen, wenn das Licht in dir nicht größer ist. Und deshalb bringt uns Gott in die Dunkelkammer.“, erzählt sie. Für Christine Caine sind das die Phasen im Leben, in denen Dienst an anderen oft im Verborgenen, ohne die Anerkennung von anderen geschieht.

Michael Diener. „Ich bitte um Vergebung“

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, sorgte schließlich in seinem Vortrag auf dem Willow Creek Kongress mit einem Eingeständnis für Aufmerksamkeit. Er sprach über die Bereitschaft zur Vergebung. In der jüngsten Vergangenheit war Diener kritisiert worden für eine Äußerung in der Presse. Er hatte Akzeptanz geäußert für Gemeinden, die praktizierende Homosexuelle unter ihren Mitarbeitern haben. „Ich bin Teil des Problems“, so Diener. „Ich kann aber nur Teil der Lösung sein, wenn ich das, was ich verkündige, auch lebe. Deshalb bitte ich um Vergebung, wo ich Menschen wirklich verletzt habe.“ Der Willow Creek Leitungskongress: In diesem Jahr ist er ein Aufruf zur Transparenz und Ehrlichkeit – mit einem Schuss kirchenpolitischer Brisanz.

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