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„Willkommen im Westend“

Berliner Christen beten für Flüchtlinge

Das Berliner Westend ist eine gehobene Wohnlage. Seit einigen Monaten gibt es hier ein Flüchtlingsheim. Und sofort kursierte die Angst: Könnten die Immobilienpreise fallen? Passen die Asylanten hierher? Dem entgegen stellt sich das Bündnis „Willkommen im Westend.“ Zu ihm gehört auch die örtliche evangelische Kirchengemeinde. Sie lud Christen aller Konfessionen ein zum Gebet für Asylanten. Auch Carolyn Kappauf, Pastorin der benachbarten Evangelisch-methodistischen Kirche, war gekommen. Ihre Überzeugung: „An dem Thema Flüchtlinge können wir unmöglich vorbei gehen. Die Emotionen, Bedürfnisse und Nöte sind so unterschiedlich. Da müssen wir von betroffenen Menschen etwas hören, damit wir informierter beten können.“

Nicht vom Hass überrollen lassen

Esmeralda ist eine junge Frau aus Albanien. Sie erzählte, wie sie bereits seit 10 Monaten auf eine Entscheidung der Asylbehörde wartet. Eine große Belastung für sie und ihre Familie. Aber auch ein Zeichen, wie überfordert die deutschen Behörden sind. Christina Höfig ist Pastorin der Landeskirchlichen Gemeinschaft Gierkezeile in Berlin. Sie fragte in ihrer Andacht: „War es den vermessen zu sagen: 'Wir schaffen das?'“ Angesichts der Gewaltwelle könne man sagen: Ja. „Ohne zu wissen, dass in Gott, in unserem Himmlischen Vater, diese vergebende Liebe zu finden ist, dass bei ihm Barmherzigkeit zu finden ist, wird uns der Hass überrollen.“

Vom Leid der Flüchtlinge berührt

Stattdessen beteten die Christen im Berliner Westend für die Situation der Flüchtlinge, aber auch um hilfreiche politische Entscheidungen.

Pfarrer Frank Vöhler von der gastgebenden Gemeinde ermutigte, auf die Asylanten in der Nachbarschaft zuzugehen: „Wir haben immer wieder gespürt, aus welchen Nöten Menschen kommen. Das darf man, wenn man die Bilder von Köln im Auge hat, nicht vergessen.“ Die Mehrheit der Asylanten sei nicht kriminell. „Wir haben viele Geschichten gehört, die einem die Tränen kommen lassen.“

Aus Tanz wurde Freundschaft

Konkret erzählte Marianne Nickel von ihrem Einsatz: Die Tanzlehrerin ist mit einem tragbaren CD-Spieler in Flüchtlingsheim gegangen. Trotz der Sprachbarriere hat sie so über den Sport erste Kontakte geknüpft. Inzwischen sind daraus enge Freundschaften entstanden. Ihre Botschaft: „Wenn sich jede Person hier in Berlin eine Familie vornehmen würde, oder auch einen Menschen – es sind ja viel Alleinstehende – dann wäre viel gewonnen.“ Die Tränen der Rührung von Marianne Nickel sprachen an diesem Abend für sich.


Noch mehr Möglichkeiten zum Gebet für Flüchtlinge gibt es bundesweit an verschiedenen Orten: Und zwar im Rahmen der Internationalen Gebetswoche der Evangelischen Allianz. Mehr Informationen darüber finden Sie auf der Webseite der Allianzgebetswoche.


Sie haben Interesse an weiteren Beiträgen zum Thema „Gebet“? Weitere Beiträge zum Schwerpunktthema  haben wir auf unserer Gebets-Sonderseite zusammengestellt. Dort finden Sie allgemeine Infos zum Thema „Gebet“, Gebetstipps, Gebetserfahrungen unserer Mitarbeiter und Berichte von Gebetsaktionen bei ERF Medien und darüber hinaus.


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