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Flüchtlingskrise kann nur gemeinsam gemeistert werden

Potsdamer Linksradikale verhindern beinahe Diskussionsveranstaltung

Eigentlich sollte es um ein wichtiges Thema gehen an der Universität Potsdam. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere wollte diskutieren über die Folgen aus der Flüchtlingskrise. Leider kam sein Türkeibesuch dazwischen. Was aber noch viel schlimmer war: Linksradikale verhinderten 50 Minuten lang mit Brüllattacken die Veranstaltung. Sie konnte erst danach beginnen. Jenovan Krishnan ist Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten. Er zeigte sich entsetzt: „Ich studiere in Frankfurt und bin da einiges gewohnt von den Linken. Aber selbst da ist der Respekt immer da. Man hat ordentlich miteinander diskutiert.“

Hunger stillen statt Grenzschutz

Selmin Caliskan (Foto: Amnesty Internnational) 

Dabei gab es tatsächlich viel zu erörtern auf dem durchaus bunt besetzten Podium. Selmin Caliskan, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, vertrat eine gar nicht konservative Ansicht: Sie forderte: Nehmt der Grenzsicherungsagentur Frontex das Geld weg – und steckt es in die Bekämpfung des Hungers. „Das Welternährungsprogramm hat letztes Jahr händeringend nach Geld gefragt. Viele Menschen kommen erst hierher, weil sie in den Flüchtlingslagern nicht versorgt werden.“

Bernhard Fricke, evangelischer Flüchtlingspfarrer in Potsdam, sieht vor allem das Ringen um die Verteilung von Asylbewerbern in Europa kritisch. Seine Überzeugung: Ein Quotensystem kann nicht funktionieren. „Mein Weg ist 'Free Choice`. Wir brauchen ein Asylvisum, dass an der europäischen Außengrenze ausgegeben wird.“ Das bedeutet: freie Wahl des Asyllandes innerhalb der EU. Fricke plädiert in diesem Zusammenhang für einen finanziellen Ausgleich unter den Ländern.

Fördern offene Grenzen Ghettos?

Götz Schulze (Foto: Universität Potsdam)

Offene Grenzen, die es jedem Flüchtling ermöglichen, sich dort in Europa niederzulassen, wo er will? Götz Schulze, Rechtsprofessor an der Universität Potsdam, forderte insgesamt mehr Pragmatismus im Umgang mit Asylbewerbern: „Verpflichten wir sie dazu, Sprachkurse zu machen? Oder bieten wir es ihnen nur an?“ Wenn jeder Flüchtling seinen Aufenthaltsort frei wählen könne, komme es möglicherweise zur Ghettobildung wie in Frankreich.

Viele Themen wurden an diesem Abend in der Universität Potsdam nur angerissen. Und das war schade. Die Diskussion hat gezeigt: Alle in Deutschland müssen an einem Strang ziehen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Doch zumindest in der Brandenburgischen Hauptstadt verweigern sich linksradikale Kräfte jeder demokratischen Gesprächskultur. 


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