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Kippt die Stimmung im Land gegenüber Flüchtlingen?

Landesbischöfin Junkermann fordert Rückbesinnung auf die Bibel

„Die Angst nimmt zu angesichts von Terror, weil es keine absolute Sicherheit gibt. Schwierig ist es allerdings, die Sicherheitsfrage mit der Flüchtlingsfrage zu verknüpfen, als ob damit eine Lösung verbunden wäre. Es geht mehr darum, wie sichern wir unsere Räume und wie wird Terrorismus als Verbrechen bekämpft.“

Terror in Frankreich und jetzt in Istanbul, Übergriffe in Köln - die Stimmung im Land gegenüber Flüchtlingen kann kippen – dieser Gefahr ist sich Ilse Junkermann bewusst. Als  Landesbischöfin der Ev. Kirche in Mitteldeutschland will sie trotzdem nicht aufgeben, für eine Willkommenskultur zu werben.

Kurz vor Weihnachten hatte die Bischöfin für Aufsehen gesorgt mit ihrer Aussage, Deutschland könne noch viel mehr Flüchtlinge verkraften. Eine Flut von Hassmails ging daraufhin bei ihr ein, teilweise mit Bedrohungs-charakter. In einigen Fällen wird eine Strafanzeige erwogen. Ilse Junkermann weiß: auch an der Kirchenbasis gibt es evangelische Christen, die eine andere Meinung zur Asylpolitik haben. Mit ihnen will sie im Gespräch bleiben.  

 „Unser Glaube kann uns zu ganz unterschiedlichen politischen Auffassungen führen, und das gehört zu unserem evangelischen Glauben, dass wir gemeinsam auf dem Weg sind und den richtigen Weg suchen.“, erzählt die Bischöfin. Im Gespräch mit Politikern will sich Junkermann für ein Einwanderungs-gesetz stark machen. „In einem Einwanderungsgesetz ist klar geregelt, wie Einwanderung geschehen soll und unter welchen Voraussetzungen. So wird der Respekt vor unserer Kultur gestärkt.“, bekräftig sie.

Wichtige geistliche Impulse für die Flüchtlingsdebatte erhofft sie sich durch das Reformationsjubiläum 2017. Ihre Kirche steht dabei im Mittelpunkt, denn viele Lutherorte liegen in Sachsen-Anhalt und Thüringen wie Wittenberg, Erfurt oder Eisenach. Eine Rückbesinnung auf die Bibel sei wieder notwendig, so die Theologin, ganz im Sinne Luthers: sola scriptura.

Bischöfin Junkermann fragt: „Warum ist das Zeugnis in der Schrift so eindeutig für den Schutz und die Gastfreundschaft gegenüber Fremden und wo warnt sie im Blick auf Religionsvermischung zum Beispiel? Wir müssen offen und ohne Ideologie diskutieren. Die Schrift spricht heute unmittelbar in unsere Situation hinein. Und so können wir die Faszination an Gottes Wort verstärken, die ja Luther durch sein ganzes Leben getragen hat.“


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