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1.000 Betten in der Zigarettenfabrik

Über eine Million Flüchtlinge sind im letzten Jahr nach Deutschland bekommen. 80.000 davon allein nach Berlin. Sie alle brauchen ein Dach über dem Kopf. Die Berliner Stadtmission betreibt in einer ehemaligen Zigarettenfabrik eine Unterkunft für 1.000 Personen. Alle schlafen in einer Halle. Manche sind schon seit Oktober da. Das schafft Frust, weiß Stadtmissionsdirektor Joachim Lenz: „Die wissen gar nicht, was sie mit ihrer Zeit machen sollen oder wo sie am Ende landen. Da können Aggressionen hochkommen oder Mutlosigkeit ausbrechen.“

Polizeieinsatz führte zu Konsequenzen

Einmal musste die Polizei bereits einschreiten. Menschen verschiedener Nationalitäten waren aufeinander losgegangen. Die Ursache: Budenkoller auf engstem Raum. Gerne würde die Stadtmission den Asylanten mehr Privatsphäre geben und plant deshalb abgegrenzte Schlafkabinen. Doch die Mühlen der Behörden mahlen langsam. Das Geld fließt zögerlich. Die Sozialarbeiter wollen dennoch weitere Eskalationen verhindern. Deshalb haben sie einen sogenannten Ältestenrat eingerichtet.

„Bei allen Entscheidungen, die anstehen, ruft unsere Hallenleitung eine Gruppe von Menschen zusammen, in der alle Volksgruppen und religiösen Gruppem vertreten sind.“ Afghaner, Iraner, Syrer und Eritreer: Sie alle entsenden Abgeordnete in diese Gruppe. 

Weihnachtsstimmung im Massenquartier

Bis jetzt hat es deshalb keine weiteren Zwischenfälle mehr gegeben. Eine weitere mögliche Ursache dafür: In den letzten Wochen ist selbst mitten im Massenquartier ein wenig Weihnachtsstimmung aufgekommen.

„Wir haben Adventsfeiern gehabt, da war ein evangelischer Posaunenchor. Wir haben Sozialarbeiter, die ihren Beruf bewusst als Christen machen. Zwischen Beratung und Seelsorge ist da ein dünner Grat“, meint Lenz.

Christlicher Einsatz gegen Vorurteile

Christen sind für Muslime da. Das funktioniert - und ist auch nötig. Damit Vorurteile abgebaut werden können, sagt der Direktor der Stadtmission. Unter den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, seien Menschen, so Lenz, „denen über viele Jahre beigebracht worden ist, dass Christen Hunde sind und dass man alle Juden vernichten müsse. Den Hass wollen wir bekämpfen, indem wir Werbung machen für den christlichen Glauben.“

In den nächst Monaten soll das Erstaufnahmelager in Berlin weiter aufgestockt werden. In der ehemaligen Zigarettenfabrik sollen dann 1.800 statt der bisher 1.000 Betten aufgestellt werden.  Große Aufgaben kommen zu auf rund 100 Sozialarbeiter der Berliner Stadtmission und die unzähligen Ehrenamtlichen.

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