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Das Jahr 2015: Was war wichtig?

Das Jahr 2015 liegt fast hinter uns. Wir haben versucht, so objektiv wie möglich und mit christlicher Sachkompetenz darüber zu berichten. Hinter den Themen stecken unsere Kollegen, die für sie recherchiert und O-Töne eingesammelt haben. Einer ist Oliver Jeske – unser Reporter in Berlin. Er gibt seinen persönlichen Rückblick auf 2015.

Christen finden Asyl in Deutschland ...

Ein Jahr, in dem ich dem Leid von Menschen auf besondere Weise nahe gekommen bin. Das war 2015 für mich.  Plötzlich saßen mir Menschen gegenüber, die Krieg erlebt hatten – und die dankbar waren, endlich in Deutschland in Sicherheit zu sein. Wie der syrische Vater, der zusammen mit seiner Familie in einer Freien evangelischen Gemeinde Unterschlupf gefunden hatte.

„Ich bin für Gottes Liebe so dankbar, dass er mir diesen Weg gezeigt hat. Danke allen, die uns geholfen haben! Meine Kinder haben Spielkameraden hier in der Gemeinde gefunden. Das tut ihnen so gut nach allem, was sie erleben mussten. Es ist wohltuend, hier Gott und anderen Christen so nahe zu sein.“

Christen, die in Deutschland eine neue Zukunft gefunden haben, aber auch solche, die um ihren Aufenthaltsstatus bangen mussten: Sie erzählten mir ihre Geschichten hier auf ERF Medien.

… und gleichzeitig gibt es die Angst vor Antisemitismus

Aber auch die Ängste rund um die Flüchtlingsströme kamen zu Wort. Sacha Stawski – Er ist Initiator des Deutschen Israel Kongresses – verwies auf den latenten Antisemitismus unter arabischen Asylanten.

„Wer sich hier kritisch äußert, wird sehr leicht stigmatisiert als Rechtsextremist. Und keiner von uns ist so jemand.“  Jeder der Hilfe brauche, verdiene Hilfe, so Szawski.  Aber die Frage sei nötig: Wie können wir es richtig machen? „Wir haben in der Vergangenheit bei der Integration von Muslimen Fehler gemacht. Es gibt Parallelgesellschaften in Deutschland. Und eigentlich fehlt uns jetzt die Zeit, aus den Fehlern zu lernen und es besser zu machen.“

Paris erschüttert Berlin

Asylanten, die Hilfe in Deutschland suchen und islamistische Attentäter muss man auseinander halten. Ganz klar. Dennoch: Nur wenige Tage, nachdem ich diese Worte aufgenommen hatte, erschütterten uns die Attentate von Paris mit 130 Toten und 350 Schwerverletzten. Vor der Französischen Botschaft versammelten sich Berliner zum Gedenken und Trauern. Eine Passantin spricht für viele: „Es bewegt mich die Tatsache, dass solche Geschehen wie in Paris unvermittelt auf einen zukommen. Und dass wir eventuell die Nächsten sein könnten, dass erschreckt mich.“

Bundestag stoppt aktive Sterbehilfe

Es ist schwer, von diesen Ereignissen die inhaltliche und emotionale Kurve zu bekommen: Aber auch das gehörte zum Jahr 2015 in Berlin: Der Deutsche Bundestag schob der organisierten Sterbehilfe einen Riegel vor. Auch wenn der eindeutigste Antrag dagegen von Bundestagsabgeordneten um Patrick Sensburg  keine Mehrheit fand. Die meisten Parlamentarier konnten seinen Worten zustimmen:  „Es ist keine, wie oft gesagt wird, humanitäre Tat, einem Menschen dabei zu helfen, sich umzubringen. Es ist eine humanitäre Tat, in einer schweren Lage ihm zur Seite zu stehen. Wenn der Selbstmord im Kopf ist, dabei nicht zu helfen, ihn umzusetzen.“  

Die Würde des Menschen am Ende des Lebens und der Umgang mit den Flüchtlingen in Deutschland: Zwei Themen, die mich 2015 hier in Berlin beschäftigt haben. Und die wohl auch im neuen Jahr an Aktualität nicht einbüßen werden.

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