/ Aktuelles vom Tag

Jedidah Glaser über Weihnachten in Kenia

Eine gegrillte Kuh und neue Kleidung für die Kinder

Christen in aller Welt bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Auch Jedidah Glaser aus Kenia. Die junge Frau ist in zwei Kulturen zu Hause. Sie ist ihrem Mann nach Deutschland gefolgt, feiert bereits zum 3. Mal hier Weihnachten. So richtig dran gewöhnt hat sie sich noch nicht. Und das liegt nicht an dem trüben Wetter oder an den Temperaturen. Am stärksten vermisst Jedidah Glaser die großen Grillpartys in ihrer Heimat.

„Während der Dezember-Ferien sitzen wir alle abends am Lagerfeuer. Dort grillen wir dann Fleisch. Je nachdem, wie große die Familie ist, haben wir dazu eine Ziege oder eine ganze Kuh geschlachtet.“

Beschneidung und Zypressenbaum

Für europäische Ohren am ungewöhnlichsten ist ein Brauch, der mit Weihnachten eigentlich gar nichts zu tun hat: Einige Wochen vor Heiligabend begehen Jungs zwischen 11 und 15 Jahren in Kenia ihre Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen. Sie gehen in eine Klinik und werden dort beschnitten. „Danach leben die Jungs etwas abgeschieden von der Familie. An Weihnachten werden sie dann von der Familie und vom ganzen Dorf in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen.“ Ein typischer Brauch auf den Dörfern Kenias.

Doch es gibt auch Dinge, die Europäern wohl vertraut sind. So stellen die Kenianer Weihnachtsbäume auf: Zypressen. Statt mit Christbaumkugeln und Lametta schmücken sie die Einheimischen meist mit Blumen aus dem Garten.

Jenseits des Kommerzes

Den vorweihnachtlichen Kommerz hat Jedidah Glaser erst in Deutschland kennengelernt. Denn Geschenke spielen keine große Rolle in Kenia. Trotzdem kaufen die Familien in den Wochen vor Heiligabend ein. Sie ziehen mit ihren Kindern los, um sie neu einzukleiden. „In der Regel singen sie Lieder im Weihnachtsgottesdienst. Da möchten sie hübsch aussehen - auch wenn die Kinder ihre Gedichte aufsagen, die von der Geburt von Jesus handeln.“

Der Weihnachtsgottesdienst findet dann in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember statt. Eine Feier, die Jedidah Glaser wichtig ist – und deren Kern sie sich auch in Deutschland bewahren will:

„Der Glaube an Jesus Christus bedeutet sehr viel für mich. Und wenn dann die Weihnachtszeit kommt, möchte ich ganz dicht mit Gott verbunden sein, anstatt mich von Geschäftigkeit bestimmen zu lassen.“ Sonst verliere Weihnachten für sie an Bedeutung.

Weihnachten geht weiter

„Das ist nicht nur für mich wichtig.  Grundsätzlich betonen Christen in Kenia: Weihnachten ist das Fest der Geburt von Jesus. Und sie stellen sich die Frage: Was bedeutet Jesus für mich, wenn Weihnachten schon längst vorbei ist?“

So ist Weihnachten in Kenia kein Fest, das nach ein paar Tagen endet. Die Botschaft lebt in den Herzen weiter: Gott kam als Kind auf die Welt. Er wurde Mensch, damit wir erfahren können, wie sehr uns Gott liebt.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren