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Gemeinsam Gott erleben

Einmal im Jahr richtet die Evangelische Allianz in Bad Blankenburg die Allianzkonferenz aus. Knapp eine Woche treffen sich dort evangelische Christen unterschiedlicher Konfessionen zum Beten und Bibellesen – und das seit über 100 Jahren. Auch ERF Medien ist seit dem Mauerfall regelmäßig dabei und überträgt die Abendveranstaltungen live im Radioprogramm von ERF Plus. Zudem finden Sie auf unserer Sonderseite www.erf.de/allianzkonferenz das Wichtigstes von der Allianzkonferenz: aktuelle Berichte, Interviews und Bilder. Radioredakteur Andreas Odrich ist vor Ort und hat vor dem Start der Konferenz mit der Kaufmännischen Geschäftsführerin des Allianzhauses Birgit Hahn und dem Allianzhausdirektor Thomas Günzel gesprochen.

ERF Medien: Wir feiern diese Woche die 120. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. Das ist eine Veranstaltung, die schon ins 19. Jahrhundert zurückgeht. Wie fühlt man sich dabei, wenn man so eine Konferenz ausrichten darf?

Thomas Günzel: Ich habe natürlich nicht alle 120 Allianzkonferenzen selbst miterlebt, aber es ist ein großes Geschenk, an dieser Stelle mitarbeiten zu dürfen, wo schon viele Generationen von Christen gestanden haben und ‒ für mich ganz wichtig ‒ gebetet und dazu eingeladen haben, dass Christen sich treffen. Ganz oft haben sie dazu eingeladen, dass Menschen auch kommen, die noch keine Christen sind. Insofern hat diese Konferenz eine doppelte Tradition. Es war eine Glaubenskonferenz und das ist sie auch bis heute. Aber gerade zu DDR-Zeiten hatte sie auch einen starken evangelistischen Akzent und mir ist wichtig, dass das neu auflebt. Es gibt viele Leute in unserem Land, die vom Glauben keine Ahnung mehr haben. Hier kann die Konferenz einen guten Akzent setzen, damit Menschen etwas vom Evangelium hören.

ERF Medien: Frau Hahn, Sie sind neu in der Funktion der kaufmännischen Geschäftsführerin des Allianzhauses. Ist das für Sie die erste Konferenz?

Birgit Hahn: Ich war bis jetzt noch nie bei einer Allianzkonferenz und ich bin sehr gespannt darauf. Vor allem das Thema „Argument Liebe“ ist ja ein sehr spannendes Thema. Ich bin gespannt, wie das interpretiert wird von den Referenten.

ERF Medien: Wie ist das denn, wenn man weiß, dass man für die Unterkunft von 1.300 Leute, vielleicht sogar zweieinhalb- bis dreitausend Menschen verantwortlich ist – und das bei dieser Hitze?

Birgit Hahn: Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind. Die Quartiere sind fertig. Wir können den Ansturm gut aushalten. Je mehr kommen, umso besser ist es. Wir freuen uns darauf.

Zeugen der Liebe Gottes sein

ERF Medien: Das Thema der Konferenz ist „Argument Liebe“. Als es festgelegt wurde, konnte noch keiner ahnen, dass zurzeit ganz oft im Namen Gottes gemordet wird. Passt das Thema zur heutigen Zeit?

Thomas Günzel: Es ist ein bisschen ein Geschenk, wenn ein Konferenzausschuss, der ein Thema im Vorhinein aussucht und manchmal lange darüber diskutiert, erlebt, dass es dann hoch aktuell ist und genau passt. Ich bin selbst gespannt: Was werden die Einzelnen dazu sagen? Es wird uns in diesen Tagen natürlich begleiten und uns als Christen herausfordern, dass wir einander liebevoll begegnen und dass wir uns hier in der Stadt und überall im Land liebevoll bewegen. Wir wollen Zeugen der Liebe Gottes sein, die wir selbst erfahren haben. Und ich glaube, es ist gut, wenn wir uns daran erinnern und das dann auch ganz bewusst praktizieren.

ERF Medien: Wie nehmen denn die Bad Blankenburger die jährliche Konferenz wahr?

Thomas Günzel: Es gibt Leute, die sich mit uns das ganze Jahr darauf freuen. Es gibt aber auch Leute, die sagen: „Jetzt kommen wieder 3000 Menschen her. Das ist ja anstrengend. Dann sind die Parkplätze weg und so viele Menschen in der Stadt.“ Es gibt also beides. Manche freuen sich darauf. Manche sind Christen und feiern das mit uns. Und andere sehen das mit einer gewissen Skepsis. Das ist eine Herausforderung, dass wir gerade auch die Skeptiker einladen und von unserem Glauben fröhlich Zeugnis geben.

ERF Medien: Zur Allianzkonferenz gehört es auch, dass Menschen aus anderen Ländern als Redner zu Gast sind oder Grußworte sprechen. In diesem Jahr wurde darauf besonderen Wert gelegt: Wer kommt denn da alles?

Thomas Günzel: Für mich ist als gelernter DDR Bürger ist es immer noch etwas Besonderes, dass hier Menschen aus aller Welt zusammenkommen können. Deswegen freue ich mich ganz besonders auf Francis Mkandawire aus Malawi (Südostafrika) und auf Akil Pano aus Albanien. Albanien wurde einmal ausgerufen als das erste atheistische Land der Welt. Heute gibt es dort eine Evangelische Allianz, evangelikale Gemeinden und ihr Repräsentant kommt zu uns. Das sind zwei Leute, auf die ich mich besonders freue. Wir haben aber auch Gäste aus Hawaii. Auch aus Russland, England und anderen Ländern sind schon Gäste eingetroffen. Hinzu kommen Besucher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Man kann nur sagen: „Kommt, kommt, es ist genug Platz für alle da.“ Auch jetzt kann man noch starten und das Konferenzwochenende mit uns mit erleben.

Gottesbegegnung ist Ziel der Konferenz

ERF Medien: Was ist das Wichtigste an der Allianzkonferenz? Wann ist sie gelungen?

Thomas Günzel: Wenn Menschen Gott begegnen, dann ist sie gelungen. Das wird für den einen hoffentlich eine Erstbegegnung sein. Wir rechnen damit, dass Gott Menschen ganz neu zum Glauben ruft. Aber es kann auch eine Vertiefung sein, eine Auffrischung und Stärkung im Glauben und in der Gemeinschaft: Wir treffen auch Brüder oder Schwestern, die zwar eine andere Konfession haben, ihren Glauben anders ausdrücken und anders beten. Aber wir gehören trotzdem zusammen. Das ist für mich das Wesentliche der Evangelischen Allianz.

ERF Medien: Auch Jugendliche gehören zur Allianzkonferenz ganz selbstverständlich dazu.. Diesmal sind es 70 Jugendliche, die sehr bunt gemischt sind, was die Nationen anbelangt. Warum sind die hier und warum sind die so bunt gemischt?

Thomas Günzel: So ganz genau kann man es gar nicht sagen. Die 70 Jugendlichen sind ja nur die, die schon im Vorhinein zum Jugendcamp da waren. Ich rechne damit, dass insgesamt mehr als die Hälfte der Besucher Jugendliche jeden Alters vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen sein werden. Wir haben in den letzten Jahren daran gearbeitet, die Seminarthemen so aufzulegen und immer wieder Bands einzuladen, dass es für junge Leute interessant ist. Ich hoffe, dass das alles mit dazu beiträgt, dass in diesem Jahr wirklich wieder mehr Jugendliche da sind. Ich hoffe, dass es ein Trend ist, der anhält. Denn wir gehören in jedem Alter zusammen. Gerade auch bei jungen Leuten will Gott ins Leben hineinsprechen. Das ist eine große Chance.

ERF Medien: Vielen Dank für das Interview.


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