Anton Schulte mit 85 Jahren verstorben

Bekannter Evangelist war Mitbegründer von ERF Medien

Wölmersen/Wetzlar (ERF). Einer der Mitbegründer von ERF Medien, der Evangelist Anton Schulte (Wölmersen bei Altenkirchen/Westerwald), ist am 26. Dezember im Alter von 85 Jahren verstorben. Schulte war einer der bekanntesten Evangelisten Deutschlands. Der in Bottrop geborene Schulte erlernte zunächst den Beruf des Müllers. 1943 wurde er als 17-Jähriger zum Kriegsdienst eingezogen und geriet 1945 in britische Kriegsgefangenschaft. Bis Januar 1949 lebte er als kriegsgefangener Landarbeiter in Schottland, wo der damals überzeugte Agnostiker durch den Kontakt zu einheimischen Christen zum Glauben an Jesus Christus fand. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland ließ er sich an der Bibelschule Wiedenest zum Evangelisten ausbilden.

In den fünfziger Jahren begann er bei Großevangelisationen zu sprechen, zu denen tausende Besucher strömten. Seine volksnahe Art des Predigens und seine hohe Popularität brachten ihm den Spitznamen „der deutsche Billy Graham“ ein. Anton Schulte galt Zeit seines Lebens als Visionär und Pionier, wenn es um neue Formen und Wege für die Verkündigung des Evangeliums ging. Das Credo seines vielfältigen Wirkens formulierte er stets mit den Worten: „Wer die Form bewahren will, verliert den Inhalt.“ So war er zum Beispiel 1953 der erste deutsche Evangelist, dessen Rundfunksendungen wöchentlich über Radio Monte Carlo ausgestrahlt wurden. 1954 gründete er den „Verein evangelistisches Jugendwerk“, der wenig später in „Neues Leben“ umbenannt wurde und aus dem bis heute zahlreiche eigenständige Werke hervorgegangen sind. Darüber hinaus war Anton Schulte ein geschätzter Impulsgeber für zahlreiche weitere christliche Werke in Deutschland, u. a. gehörte er 1959 zu den Mitgründern von ERF Medien, früher Evangeliums-Rundfunk, in Wetzlar. Bis zu seinem Tod war er dem ERF eng verbunden.

Weitere Initiativen gehen auf Schulte zurück: Seit 1956 erscheint die Zeitschrift „Neues Leben“, das Hilfe in Glaubens- und Lebensfragen bietet. 1969 entwickelte Anton Schulte die Telefonkurzpredigt. Zwei Jahre später entstand das Missionswerk „SRS“ (früher: Sportler ruft Sportler) unter Leitung von Helmfried Riecker. Seit 1987 ist SRS ein selbstständiger Verein, dessen Ziel es ist, Amateur- und Profisportler nach biblischen Prinzipien zu fördern und zu begleiten. In den achtziger Jahren entstanden auch das Theologische Seminar (1985), an dem bis heute rund 700 Seminaristen ausgebildet wurden, und die Fernseharbeit (1986). Zudem veranstaltet das Werk in den Sommermonaten Jugend- und Familienfreizeiten, zu denen jedes Jahr rund 1.000 Personen kommen. Zehn Verkündiger sind regelmäßig zu Evangelisationen in ganz Deutschland unterwegs. Auch über die Landesgrenzen hinweg ist „Neues Leben“ heute bekannt: In Kanada, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Argentinien und Indonesien entstanden selbstständige Werke.

1992 gab er die Leitung des Missionswerks ab. Heute wird das Werk von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet. Zu ihm gehören neben seinen beiden Söhne Peter und Wilfried Schulte auch Olaf Becker als Geschäftsführer, Klaus Schmidt, der Rektor des Theologischen Seminars, sowie der Evangelist Markus Pfeil.

1988 verstarb seine Frau Hermine. Drei Jahre später lernte er auf Korsika die ebenfalls verwitwete Heidi Kühnel kennen, die er im Dezember 1991 heiratete. In den vergangenen Jahren lebte das Ehepaar abwechselnd in Balve im Sauerland und auf der Kanaren-Insel Lanzarote, deren Klima dem schwer an Asthma erkrankten Evangelisten zu gesundheitlicher Besserung verhalf. Wann immer seine Gesundheit es zuließ, predigte Anton Schulte regelmäßig in seiner Gemeinde in Balve und auf Lanzarote und leitete bis zuletzt gemeinsam mit seiner Ehefrau die Arbeit von Neues Leben Indonesien, wo das Werk eine Schule mit 300 Schülern unterhält.

Anton Schulte hinterlässt seine Ehefrau Heidi, zwei Söhne und zwei Schwiegertöchter, zwei Stiefkinder sowie dreizehn Enkel und vier Urenkel.

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