Christen in Pakistan fühlen sich bedroht

Menschenrechtsbeauftragter beklagt im ERF Interview Talibanisierung

Wetzlar/Frankfurt am Main (ERF). Pakistan steht offenbar in der Gefahr, von radikalen Islamisten beherrscht zu werden. Wie der Menschenrechtsbeauftragte der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Walter Flick (Frankfurt am Main), in einem Interview mit ERF Radio sagte, machten vor allem Mullahs aus dem Nordwesten Stimmung gegen die Minderheiten im Land, darunter auch die Christen. Zwar gebe es auch moderate Geistliche in Pakistan, aber die gäben im Moment nicht den Ton an, sagte Flick in einer Sendung von ERF Medien (Wetzlar). Pakistan drohe eine Talibanisierung. Die Christen und andere Minderheiten in Pakistan fühlten sich bedroht, sagte Flick. Der Bischofssitz in Faisalabad sei von hohen Mauern umgeben und christliche Gottesdienste müssten bewacht werden.

Im Fall der kürzlich wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilten Christin Asia Bibi stehe die Regierung zunehmend unter Druck. Zunächst habe sie eine Begnadigung der 45-Jährigen erwogen. Inzwischen würde die Regierung aber bedroht, falls sie die Frau begnadige. Zuletzt hatte ein islamischer Vorbeter ein Kopfgeld von umgerechnet 4300 Euro für die Ermordung von Asia Bibi ausgesetzt. Flick bestätigte, dass das in Pakistan gültige Blasphemiegesetz oft für private Racheakte genutzt werde. Dabei gehe es meist um persönliche Auseinandersetzungen zwischen Familien. Im islamischen Pakistan gibt es unter den gut 184 Millionen Einwohnern geschätzt drei Millionen Christen. Diese sind regelmäßig Opfer von Diskriminierungen und Schikanen.

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