ERF Fernsehen stellt Windrad-Unternehmer Joachim Fuhrländer vor

Joachim Fuhrländer „Wir sehen den Menschen im Mittelpunkt“

Rennerod/Wetzlar (ERF). 200 Windräder produziert Joachim Fuhrländer (Waigandshain bei Rennerod/Westerwald) jährlich. Mit einem Jahresumsatz von rund 170 Millionen Euro gehört der Unternehmer zu den ganz Großen seiner Branche. Trotzdem ist der Westerwälder ganz anders eingestellt als seine Konkurrenz, denn Fuhrländer glaubt an Gott. Im November wird er 50 Jahre alt. ERF Medien hat über ihn einen Fernsehbeitrag produziert.

Die erste Begegnung mit Joachim Fuhrländer ist für Matthias Tilgner eine kleine Überraschung. Der ERF Redakteur hat sich den Mann aus dem Westerwald so ganz anders vorgestellt. Doch statt eines Geschäftsmannes in Anzug und Krawatte begrüßt ihn ein uriger Typ mit Rauschebart und schulterlangen Locken. Der feste Händedruck zeugt von Bodenständigkeit und das Aussehen erinnert eher an einen Ur-Öko aus den frühen Achtzigern als an einen modernen Unternehmer. Doch eigentlich ist Fuhrländer beides. Denn natürlich will er einerseits mit seinem Unternehmen Gewinn erzielen, gleichzeitig will er aber auch die Natur schützen.

„Windkraft ist eine der bedeutendsten Energien überhaupt“, sagt Fuhrländer und fügt hinzu: „Wir haben ja definitiv ein riesiges klimatisches Problem auf dieser Erde. Dagegen muss etwas getan werden.“ Warum ihm soviel an der Natur liegt, zeigt er riesengroß an dem Generator eines seiner Windräder: „Bewahre die Schöpfung“ steht da. „Gottes Schöpfung“, fügt Fuhrländer im Gespräch hinzu. „Wenn man versteht, dass die Welt ein Geschenk ist, ein wunderbares Geschenk, dann ist es mehr als eine Aufgabe, das zu erhalten.“

Vor zwanzig Jahren hat er angefangen, den väterlichen Metallbau-Betrieb in das Weltunternehmen für Windkraftanlagen um- und auszubauen. Mittlerweile drehen sich Fuhrländers Windmühlen nicht nur in Europa: In China und Indien entstehen gerade ganze Produktionsbetriebe, in Vietnam entsteht derzeit ebenfalls ein riesiger Windpark. Sogar in den Vereinigten Staaten ist man an den Fuhrländer-Propellern stark interessiert.

Ein Unternehmen in dieser Größenordnung wäre mit seinem Firmensitz längst in eine Metropole wie Frankfurt ausgewandert. Nicht so die Fuhrländer AG. Der Chef will sich seine Wurzeln erhalten. Deshalb sitzt seine Firma immer noch in seinem Geburtsort Waigandshain. Die Hauptverwaltung und eine der Fertigungshallen der Fuhrländer AG findet man einige Kilometer weiter nördlich in Liebenscheid. Um die Heimatverbundenheit zu untermauern, hat Fuhrländer 2007 das traditionelle Ausflugs-Gasthaus „Fuchskaute“ übernommen. Hier, an der höchsten Stelle des Westerwalds, ist seitdem ein moderner Gastronomie-Betrieb entstanden, der auch weiter ausgebaut werden soll.

Joachim Fuhrländer, Jahrgang 1959,engagiert sich seit seiner Jugend im „Christlichen Verein junger Menschen“ (CVJM). Den Zivildienst absolvierte er in einem Altenpflegeheim. Diese Stationen seines Lebens haben ihn geprägt. Denn immer wieder betont Fuhrländer im ERF Interview, es sei der Mensch, der in seinem Unternehmen im Mittepunkt stehe. „Der Mensch ist ja letztlich das Unternehmen. Ohne diese Menschen, die hier arbeiten, wäre das Unternehmen kein Unternehmen.“

So ist es auch zu verstehen, dass innerhalb der Fuhrländer AG der Anteil der Auszubildenden so hoch ist. Von derzeit rund 500 Mitarbeitern sind 151 in der Ausbildung. Alleine 2009 hat die Firma 56 neue Lehrlinge eingestellt. „Das ist für mich der zweite Teil der Nachhaltigkeit.“, betont der Chef. Nicht nur der nachhaltige Umgang mit der Natur, auch die „Investition in junge Menschen ist für mich genau so bedeutend“. Neben Schul- und Studien-Abgängern, die sich besonders für die Windkraft-Branche eignen, stellt der christliche Unternehmer aber auch Jugendliche ein, die „woanders keine Chancen haben“.

Im Übrigen gibt Fuhrländer seinen Azubis auch eine Perspektive über die Ausbildungszeit hinaus. Denn das Unternehmen wächst und die eigenen Nachwuchskräfte werden dafür dringend benötigt.

An einen persönlichen Imagewechsel hat Fuhrländer bei allen Expansionsplänen übrigens nie gedacht. Auch wenn sein Äußeres mit langem Bart und langer Haarmähne überhaupt nicht in die Chefetage eines Weltunternehmens passen will. Gerade seine urige Optik und die spezielle Unternehmensphilosophie würden aber die Geschäftspartner ins Grübeln bringen, „ob das nicht auch ein Weg sein kann, den man selber einschlagen könnte.“

Der Beitrag über Joachim Fuhrländer läuft ab dem 10. Oktober im Rahmen der Sendereihe „Gott sei Dank!“ auf ERF eins, bei „Das Vierte“ und bei rund 20 weiteren regionalen und lokalen Fernsehsendern. Abrufbar auch im Internet unter www.erf.de
 

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