Russland: Christliche Programme werden aus zwei Sendern verbannt

Evangeliums-Rundfunk bedauert Wegfall der Sendemöglichkeiten

ERF Pressemitteilung vom 21. Dezember 2007:

Moskau/Wetzlar (ERF). Die christlichen Programme der Radiomission Trans World Radio (TWR) und ihres deutschen Partners Evangeliums-Rundfunk (ERF) in Wetzlar sind bei zwei großen landesweiten Sendern in Russland aus dem Programm genommen worden. Bereits zum 4. Dezember hatte der Sender Majak (deutsch: Leuchtturm) die Ausstrahlung der christlichen Sendungen gestoppt. Zum Jahresende folgt ihm auch der Jugendsender „Junost“. Damit verlieren TWR und ERF wichtige Verbreitungswege in der GUS. Darauf hat der Leiter der russischen Abteilung im ERF, Johann Wiens, hingewiesen. TWR und ERF stehen bei dieser Entscheidung nicht alleine da. Die staatliche Fernseh- und Radiogesellschaft WGTRK in Moskau hat alle privaten Programmanbieter aus dem Programm der beiden Sender genommen. „Wir sind betroffen, dass diese Möglichkeit zur Ausbreitung des Evangeliums endet“, so Wiens. „Andererseits sind wir sehr dankbar, dass wir seit der politischen Wende 16 Jahre lang über die staatlichen Sender das Evangelium verbreiten konnten.“

In den Zeiten von Glasnost und Perestroika konnten TWR und ERF 1991 beim landesweiten privaten „Radio 1“ ihre Sendungen unterbringen. Als diese Senderkette eingestellt wurde, ergaben sich die Möglichkeiten bei Majak und Junost. Täglich wurden über Majak landesweit morgens um 5.50 Uhr und abends um 22.20 Uhr jeweils zehn Minuten christliche Botschaft per Radiowellen verbreitet, später nur noch sechs Minuten. Bei Junost gab es täglich 45-minütige Verkündigungssendungen morgens, halbstündige mittags und nochmals eine Viertelstunde am frühen Abend. Diese wurden 2006 auf zehn Minuten tägliche Sendezeit morgens um 6.20 Uhr verkürzt. Junost und Majak wurden damals vom europäischen Teil Russlands bis in die fernen asiatischen Regionen über 730 UKW- und Mittelwellenstationen in allen elf Zeitzonen verbreitet.

Im Jahr 2002 löste sich Weißrussland von den beiden Sendern, so dass sich die Zahl der Sendestationen verringerte. Die russischsprachigen Sendungen werden in Studios in Moskau, Krasnojarsk und St. Petersburg produziert.

Bestehende Sendemöglichkeiten

Derzeit strahlen TWR und ERF noch über weitere Sender in und nach Russland aus. Täglich eine Stunde ist über Kurzwellensender in Wertachtal bei Augsburg und Moosbrunn/Österreich sowie über die Mittelwelle in Grigoriopol (Moldawien) zu hören. Drei Stunden täglich strahlt ein Mittelwellensender in St. Petersburg aus. Eine halbe Stunde täglich gibt es außerdem über die Mittelwelle in Tartu (Estland). Der Evangeliums-Rundfunk beteiligt sich mit rund 350.000 Euro jährlich an den anfallenden Kosten. Weltweit sendet TWR in mehr als 200 Sprachen.

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