Religionsfreiheit: Diskriminierung von Christen in Europa

Pfarrer Paul Murdoch: Es wird schwieriger seinen Glauben zu bekennen

ERF Pressemitteilung vom 12. März 2007

Wetzlar  (lo). Christen werden in Europa zunehmend diskriminiert. Darauf weist der Vorsitzende des Arbeitskreises für Religionsfreiheit der Deutschen Evangelischen Allianz, Pfarrer Paul Murdoch (Sachsenheim bei Ludwigsburg), hin. In einer Sendung des Evangeliums-Rundfunks (ERF) in Wetzlar vertritt Murdoch die Ansicht, dass es für Christen im größer werdenden Europa schwieriger werden wird, öffentlich ihren Glauben zu bezeugen. Unter dem Titel „Religionsfreiheit ade - Diskriminierung von Christen in Europa“ strahlt ERF Radio die öffentlich gehaltene Ansprach von Murdoch aus: Teil 1 am Donnerstag, 26. April um 21.00 Uhr (Wh. am Freitag, 27. April um 10.00 Uhr), Teil 2 am Freitag, 27. April um 21.00 Uhr (Wh. am Samstag, 28. April um 10.00 Uhr).

„Wir glauben vorschnell, die Diskriminierung von Christen sei heutzutage eine rein außereuropäische Sache“, so Murdoch. Seit vielen Jahren beobachtet er den Status der europäischen Christen in Gesellschaft und Politik. Dass Gott keinen Eingang in die europäische Verfassung gefunden hat, sei nur ein Indiz für die zunehmende Entfremdung der europäischen Bevölkerung von ihren religiösen Wurzeln und die Relativierung christlicher Normen und Werte.

Ein prominentes Diskriminierungs-Opfer ist für Murdoch der italienische Europaparlamentarier Rocco Buttiglione. Er sollte im November 2004 den Posten eines Vizepräsidenten der Europäischen Kommission übernehmen, außerdem sollte er Kommissar für Justiz, Freiheit und Sicherheit werden. Seine Aussagen über Homosexualität und die Rolle der Frau wurden dem katholischen Christen zum Verhängnis. Unter dem Druck der Medien und später seiner eigenen Partei musste er zurücktreten.

In Belgien wird der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) vom Geheimdienst beobachtet. US-amerikanische Jugendliche wurden kurzerhand von belgischen Behörden wegen einer Straßenevangelisation abgeschoben. Auch im Kernland der Reformation, in Deutschland, werde es für Christen seiner Ansicht nach zunehmend schwieriger. In manchen Bundesländern ist das öffentliche Bekenntnis zu seinem Glauben (auch dem christlichen) in öffentlichen Räumen wie Schulen und Ämtern mittlerweile verboten.

In Frankreich ist die Situation laut Murdoch inzwischen dramatisch. Evangelisation kann hier als „Gehirnwäsche“ und „psychologische Druckausübung“ gerichtlich verfolgt werden. Dass kleinere christliche Gemeinschaften als „Sekten“ eingestuft und damit gesellschaftlich ausgegrenzt werden, kenne man auch in Österreich.

Die Unbedachtheit mancher Medien, gewaltbereite Moslems und evangelikale Christen zusammen in einen „fundamentalistischen“ Topf zu werfen, erweise überzeugten Christen einen Bärendienst. Fehlinformationen und Halbwahrheiten über ihren Glauben und ihre Aktivitäten seien in der Zwischenzeit an der Tagesordnung wie das Beispiel TV-Kultursenders ARTE zeige, der das Thematisieren des biblischen Schöpfungsberichtes im Unterricht anprangerte. Dass Christen generell eine evolutionistische Sicht der Welt und des Universums ablehnen, mache sie zusätzlich in höchstem Maße verdächtig, wenn nicht gar lächerlich.

Murdochs Fazit: Die Christen in Europa würden zwar nicht aktiv verfolgt, aber zunehmend diskriminiert. Und Besserung sei nicht in Sicht.

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