40 Jahre Evangelium per Radio von der Karibikinsel Bonaire

TWR-Bonaire: Am 1. Oktober 1964 lief die erste Sendung

Seit 40 Jahren strahlt die internationale Radiomission Trans World Radio (TWR) christliche Sendungen über ihre Station auf der Karibikinsel Bonaire (Niederländische Antillen) aus. 1963 begannt TWR mit dem Aufbau der Radiostation, nachdem zuvor der Plan zum Bau eines Senders auf der nur 50 Kilometer entfernten Insel Curaçao nicht verwirklicht werden konnte.

Bonaire liegt in der südlichen Karibischen See, etwa 100 Kilometer der Küste von Venezuela vorgelagert. Die Insel der Flamingos und Korallen ist 35 Kilometer lang und bis zu 10 km breit. Der südliche Teil ist mit weit gestreckten Salzfeldern bedeckt, während der Norden mit seiner teilweise bewaldeten Hügellandschaft einen lieblichen Anblick bietet.

Bei amerikanischen und europäischen Touristen ist die Insel vor allem wegen der Flamingos, dem Korallentauchen und der Leguane beliebt. Die Lage in der Karibik beschert zudem eine angenehme jährliche Durchschnittstemperatur von 28 Grad. Hauptstadt ist Kralendijk, zu deutsch "Korallendeich", die einzige Hafenstadt der Insel. Die Holländer eroberten die Insel im Jahr 1636 und nutzten die Naturvorkommen für ihren Salzbedarf in der Heringsfischerei. Holländischer Einfluss ist noch immer sehr augenscheinlich in der Architektur und in den Sitten und Bräuchen.

Sechs Kilometer außerhalb der Stadt Kralendijk hatte TWR die Radiostation zunächst mit einem 500 Kilowatt starken Mittelwellensender errichtet. Am 8. August 1964 startete TWR die ersten Testsendungen. Seit dem 1. Oktober 1964 ist der regelmäßige Programmdienst in Betrieb. Im Frühjahr 1965 folgte auch die Kurzwelle, die nach 28 Jahren Einsatz im Juni 1993 abgeschaltet wurde.

Vor dem Sendestart auf Bonaire hatten die Techniker errechnet, dass der Sender am Tage bis zu 1.500 Kilometer Reichweite habe, nachts könne man die Sendungen auch noch in einer Entfernung von bis zu 3.500 Kilometer gut aufnehmen. Doch schon bald kamen Empfangsberichte aus Finnland (9000 Kilometer), Argentinien (7.000 Kilometer), Kanada (4.500 Kilometer). Der Evangeliums-Rundfunk (ERF, Wetzlar) als deutscher TWR-Partner und seine Hörer beteiligten sich damals an der Finanzierung der Anlage. Am 25. und 26. Februar 1965 wurde TWR Bonaire im Beisein der damaligen Kronprinzessin Beatrix, der heutigen Königin der Niederlande, und des TWR-Gründers Paul Freed (1918 - 1996), eingeweiht.

Auch unter den Philatelisten in aller Welt wurde der Radiosender bekannt. 1970 gab die Regierung der Niederländischen Antillen anlässlich des fünfjährigen Bestehens von TWR Bonaire zwei Briefmarken mit den Motiven der Sendestation heraus.

Sendesprachen sind heute vor allem Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Von 1968 an gab es auch Sendungen in deutscher Sprache, die über den Kurzwellensender bis Mitte 1993 für deutschstämmige Einwohner Südamerikas ausgestrahlt wurden. Auch in Europa waren diese Sendungen zu empfangen und wurden von zahlreichen Kurzwellenfreunden gehört, die sich an den exotischen QSL-Karten erfreuten.

1986 wurde die Sendelizenz ein weiteres Mal bis zum Jahr 2006 verlängert. Im Jahr 1999 wurde ein neuer 100 Kilowatt starker Sender errichtet, der auf Mittelwelle 800 kHz den bisherigen 500 Kilowatt starken Sender ersetzt.

Deutsche und Schweizer im Einsatz

Seit August 1966, sind die beiden Deutschen Bernie und Udo Lüsse im Auftrag des ERF auf Bonaire tätig. Zudem war der Schweitzer Techniker Hans-Peter Wirths einige Jahre für die Sende- und Antennentechnik verantwortlich. Das Antennenfeld für die Kurz- und Mittelwelle war zeitweise auf 23 Sendemasten angewachsen. Sie galt es jährlich mehrfach vom Salz der Insel zu befreien und neu zu streichen. Dabei hatten die Mitarbeiter mit Schwankungen der Masten von bis zu sechs Metern in luftiger Höhe von etwa 180 Metern zu kämpfen. Zur Einweihung waren vier Sender auf Bonaire installiert: ein Mittelwellensender mit 50 kW, ein weiterer mit 500 kW und ein Kurzwellensender mit 50 sowie ein weiterer mit 260 Kilowatt. Die beiden kleineren Sender konnten zuletzt nur noch mit zehn Prozent ihrer Sendeleistung betrieben werden.

Eine Richtstrahlantenne, die an vier Masten aufgehängt wurde, war auf die Linie Frankfurt - Berlin zur Versorgung Europas ausgerichtet. Die Antennen ließen sich um 15 Grad nach Norden und Süden schwenken. Dadurch wurde es möglich, Nord-, Mittel- und Südeuropa sowie Nordafrika mit Programmen zu erreichen. So wurden 1970 Programme in der Sprache Zulu für Afrika ins Programm genommen. 1980 kamen gar Sendungen in Chinesisch dazu.

Sendestation rettet aus Seenot

Aus den Anfangsjahren der Radiomission auf Bonaire wird berichtet, dass drei Seeleute durch die Sendesignale gerettet wurden. In der Karibik war das Schiff "MS Anna" mit allen Seeleuten an Bord gesunken. Die Suchaktion nach _berlebenden verlief erfolglos. Drei Wochen später landete ein Schlauchboot mit drei Besatzungsmitgliedern an Bord auf Bonaire, darunter der 24jährige Kapitän. "Gott hat uns gerettet. Gott hat unsere Gebete erhört", waren seine ersten Worte. In all den Tagen ihres hoffnungslosen Dahintreibens hatten die Männer die christlichen Sendungen der Radiostation TWR Bonaire gehört und daraufhin beschlossen, Tag und Nacht zu beten. Die Schiffbrüchigen konnten sich an dem Signal des Senders orientieren und gelangten so an Land.

Der größte Teil der Sendungen, die heute über Bonaire ausgestrahlt werden, entstehen in den Studios von Radio Trans Mundial, dem südamerikanischen Partner von TWR und ERF. Die täglich vierstündigen Sendungen in Spanisch werden sehr intensiv auf der Insel Kuba gehört. Nahezu jeder Einwohner des kommunistisch regierten Inselstaates kennt die christlichen Programme.

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