Wartburg-Gespräche von ERF Medien: „Israel – Konflikt ohne Ende?“

Gibt es wirklich keine Perspektive für ein friedliches Zusammenleben?

Eisenach/Wetzlar (ERF). „Gibt es wirklich keine Perspektive für ein friedliches Zusammenleben in Israel?“ So fragt Moderator und ERF Vorstandsvorsitzender Jürgen Werth in einer Fernsehsendung der Reihe „Wartburg-Gespräche“ von ERF Medien (Wetzlar). „Israel – Konflikt ohne Ende?“ heißt der Titel der Sendung, die am Dienstag, 15. Oktober, ab 20.15 Uhr  bei ERF 1 zu sehen ist.

 

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), sieht die einzige Chance zu einem friedlichen Zusammenleben aufeinander zuzugehen. „Man könnte auf dem Reißbrett Lösungen entwerfen. Ob man das dann aber mit den konkreten Menschen machen könnte, das ist die Frage. Viele Familien haben Angehörige verloren. Neu auf einander zuzugehen in dieser komplexen Lage ist schwierig“, so der Bischof. Er absolvierte einst sein Vikariat in Jerusalem und ist heute Vorsitzender des Jerusalemvereins, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins für die Bethlehem-Akademie "Dar al-Kalima" sowie Mitglied des Vorstandes der Evangelischen Jerusalem-Stiftung. Abromeit sieht keine leichte Lösung in Sicht: „Das Problem ist so kompliziert, wir müssen die Geschichte bedenken und etwas von Religion verstehen, um zu einem persönlichen Standpunkt zu kommen." Der Bischof rät beiden Seiten dazu, vor allem im Erziehungsbereich zusammen zu arbeiten: „Man muss an der Wurzel anfangen, mit einzelnen Projekten“, gibt es seiner Hoffnung Ausdruck, dass künftige Generationen ein friedliches Miteinander gestalten.

 

Der Schweizer Hanspeter Obrist (Rapperswil) sieht eine konstruktive Mitwirkung für Christen an der Lösung des Konflikts. Sie könnten die von Jesus geforderte Feindesliebe vorleben. Dadurch könne in Israel Neues entstehen. Obrist leitete zuletzt die Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (Amzi). Heute ist er freiberuflich tätig, schreibt über Israel, hält Vorträge und bereist regelmäßig das Land. 2010 lief er mit seiner Frau zu Fuß von Basel nach Jerusalem.

Alle Diskussionsteilnehmer beklagten die Sperranlagen im Westjordanland. Dr. Carsten Schliwski (Wuppertal), Lehrbeauftragter für Religionsgeschichte am Seminar der Evangelischen Theologie der Bergischen Universität Wuppertal sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Thomas Instituts in Köln, konnte der Mauer auch etwas Positives abgewinnen. So seien die Anschläge in Israel zurückgegangen. „Manchmal muss man erst einmal auseinander, um wieder zusammen kommen zu können“, so der Wissenschaftler, der über jüdische Geschichte, jüdisch-islamische Beziehungen und den Staat Israel forscht und u. a. Autor einer „Geschichte des Staates Israel“ ist.

Zu sehen ist ERF 1 per Satellit, Kabel und App sowie im Internet (www.erf.de). Wiederholungen laufen am 16. Oktober um 10.15 Uhr und am 18. Oktober um 14 Uhr.

 

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