„Wartburg-Gespräche“: „Wie viel Ethik braucht die Wirtschaft?“

ERF Fernseh-Talkshow: Die Zeit des Redens muss irgendwann auch mal vorbei sein

Eisenach/Wetzlar (ERF). Einen Mentalitätswandel hat der emeritierte Professor für Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik, Prof. Dr. rer. pol. Hermann Sautter (Göttingen), gefordert. Bei der Aufzeichnung einer Fernsehsendung der Reihe „Wartburg-Gespräche“ von ERF Medien auf der Wartburg bei Eisenach sagte Prof. Sautter zum Thema „Wie viel Ethik braucht die Wirtschaft?“: „Ökonomen tun immer so, als seien unsere Wirtschaftsgesetze in Stein gemeißelt. Aber wir können unser System ändern – mit ein bisschen gutem Willen. Ich weiß nicht, ob unsere Kinder und Enkel dieses Wachstumsdogma noch mitmachen.“

Auch die anderen Teilnehmer der Diskussionsrunde forderten den Wandel und sprachen sich für Änderungen auf politischer Ebene und auf dem Finanzsektor aus.

Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, Rosemarie Wenner (Frankfurt am Main), prangerte die Gier nicht nur der Wirtschaft an: „Wir stehen in Gefahr, immer auf die anderen zu zeigen. Doch Gier ist eine sehr menschliche Regung. Wir sind herausgefordert nach neuen Wegen zu suchen, wie mir mit unserem Geld umgehen.“

Der Unternehmer Joachim Fuhrländer (Waigandshain/Rheinland-Pfalz), wies auf die soziale Verantwortung der Wirtschaftsbosse hin: „Jeder Unternehmer hat die Pflicht Geld zu verdienen. Aber jeder Unternehmer hat auch eine soziale Verantwortung.“

Sylke Schröder (Eisenberg), Mitbegründerin und Vorstandsmitglied der EthikBank, forderte eine stärke Bewertung sozialer Faktoren: „Es wird eine riesige Wertedebatte geführt. Aber die Zeit des Redens muss irgendwann auch mal vorbei sein. Es muss die Frage gestellt werden: Nach welchen Maßstäben wollen wir leben? Entweder es geht um Glück im Konsum oder um Glück in der Sinnerfüllung.“

Die Sendung, die der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Jürgen Werth (Wetzlar), moderiert, ist am Dienstag, 21. Juni, um 21 Uhr (Wh. 22. Juni um 15 Uhr und 26. Juni um 20 Uhr) bei ERF 1 per Satellit und Kabel sowie im Internet (www.erf.de) zu sehen. 

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