220 Besucher im ERF bei Thema Christenverfolgung

Kirchen in freien Ländern sollen sich stärker für Christen in Unterdrückung

Wetzlar (ERF) - Kirchen und Christen in freiheitlichen Ländern sollten sich stärker für Mitchristen in unterdrückten Staaten einsetzen. Das haben Redner bei einer Veranstaltung am Sonntag im Funkhaus von ERF Medien vor 220 Besuchern zum Thema Christenverfolgung gefordert. Der Bischof der optisch-orthodoxen
Kirche von Deutschland, Annba Damian (Höxter), sagte, es sei an der Zeit, dass Entwicklungshilfe an die Einhaltung von Menschenrechten gekoppelt werde.

Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake,sagte, derzeit würden Christen am stärksten in Nordkorea verfolgt. Auch im Iran, in Afghanistan und weiteren Ländern würden die Rechte der Christen beschnitten. Im April 2007 wurde das christliche Verlagshaus des "Zirve"-Verlages Malatya in der Türkei überfallen und dort anwesende drei Christen - darunter ein Deutscher - getötet. Nach jetzigen, noch nicht bestätigten Vorwürfen seien auch Militärs an dem Überfall beteiligt gewesen. Baake sagte, er sei dankbar, dass das Thema Christenverfolgung in den Letzten Monaten größere Beachtung gefunden habe. So habe der Deutsche Bundestag sich damit befasst. Christen sollten dankbar sein, dass Politiker das Thema in ihren Gremien vorantrieben. Sie sollten sich dafür einsetzen, dass das Thema auch in  Zukunft von der Politik aufmerksam verfolgt wird.

In der Veranstaltung, die vom ERF Vorstandsvorsitzenden Jürgen Werth moderiert wurde, berichtete der chinesische Pastor Yun, dass er mit 16 Jahren zum christlichen Glauben gefunden habe. Rund zehn Jahre habe er in Untergrundkirchen gepredigt und tausende Menschen zum Glauben geführt. Immer wieder hätte die Polizei ihn verhaften wollen. Doch ihm sei es vielfach gelungen, den Beamten zu entwischen. Drei  Mal wurde er gefasst und musste insgesamt sieben Jahre ins Gefängnis und in Lager. Weitere Jahre war Yun auf der Flucht. Seit 2001 lebt er mit seiner Frau und den zwei Kindern in Deutschland. Mao habe einst die ausländischen Missionare aus dem Land gewiesen, Kirchen geschlossen und Pastoren in Straflager gesteckt. Der kommunistische Führer war überzeugt, die Kirche ins Museum verwiesen zu
haben.

Wer heute die Lage beobachte, entdecke, dass die christliche Kirche weiterhin lebe, während Mao selbst im Museum sei. Schätzungen gingen davon aus, so Pastor Yun, dass es heute in China über 150 Millionen Christen gibt. Gerade in der Unterdrückung wachse die christliche Gemeinde.

Von schrecklichen Erfahrungen berichtete Simon Deng aus dem Sudan. Mit neun Jahren wurde er von Zuhause verschleppt und musste dreieinhalb Jahre als Sklave für eine muslimischen Familie im Norden arbeiten. Millionen Christen seien in seiner Heimat zwangsislamisiert worden. 3,5 Millionen Christen seien im Namen des Dschihad hingerichtet worden, sieben Millionen Christen vertrieben worden.

So wie er hätten 99,5 Prozent der Einwohner des Südsudan Anfang des Jahres für einen eigenen christlichen Staat im Südsudan gestimmt, um der  Zwangsislamisierung und -arabisierung zu entkommen.
Bischof Damian erinnerte an den blutigen Überfall am 1. Januar auf eine koptische Kirche in Alexandria. Dabei starben 24 Menschen, rund 140 wurden verletzt.  Drei dieser verletzten Kopten hatte Bischof Damian mit nach Wetzlar gebracht. Der Bischof verwies darauf, dass seit 1972 kein Urteil mehr gegen Täter gefasst wurde, die Unrecht an Christen begangen haben. Mädchen würden auf dem Schulweg verschleppt, um ihnen eine Niere zu entnehmen und das Organ zu verkaufen. Der Bischof dankte für die Solidarität, die seine Kirche in Deutschland erfahren habe. Er erinnerte daran, dass Volker Kauder ein Schreiben der Bundeskanzlerin an Papst Shenuda in Kairo übergeben habe, in der Angela Merkel ihre Solidarität bekundet habe. Damian forderte die Gleichstellung von Muslimen und Christen in Ägypten.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer wies in einem Grußwort darauf hin, dass laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte 200 Millionen Christen in kommunistischen und islamischen Ländern unter Verfolgung leiden. Jeder Christ, der verfolgt werde, sei einer zu viel.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Christlichen Medienverbund KEP, der Evangelischen Allianz Wetzlar, ERF Medien und dem Evangelischen Arbeitskreis (EAK) der CDU Lahn-Dill verantwortet. 

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