ERF 2020

Ein Medienhaus für die Zukunft

Was es mit dem Neubau auf sich hat und warum ich mich auf das neue Gebäude freue. 

Das Rohr leckt, der Abfluss ist verstopft. Am Auspuff sind erste Rostspuren zu erkennen und an den Wänden blättert Putz und Farbe ab. Nichts in dieser Welt ist für die Ewigkeit. Alles wird alt und zerfällt. Irgendwann nagt der Zahn der Zeit so sehr am Gegenstand, dass es nur noch eine Lösung gibt: Abreißen oder wegwerfen und ersetzen. Hausbesitzer können ein Lied davon singen. Denn gerade in den eigenen vier Wänden wächst die Frustration besonders stark, wenn etwas kaputt geht.

Dieses Naturgesetz macht auch vor dem ERF Medienhaus nicht Halt. Seit fast 60 Jahren gibt es den ERF – und sein Gebäude ist nur unwesentlich jünger. Der erste Teil des Medienhauses wurde 1970 gebaut, in jeweils zehn Jahren Abstand folgten zwei weitere Bauabschnitte. Seit knapp 30 Jahren arbeiten in diesem Haus zwischen 100 und 200 Mitarbeitern. Ich bin seit über 10 Jahren im Haus und habe mittlerweile in allen drei Gebäudetrakten gearbeitet.

 

Nach so vielen Jahren fühlt sich der Gebäudekomplex wie ein zweites Zuhause an. Doch meine berufliche Heimat ist in die Jahre gekommen. Die Radiostudios sind extrem brandgefährdet, bestehen sie doch zu einem Großteil aus Holz. Die Fenster sind in den wenigsten Teilen des Hauses doppelt oder dreifach verglast. Ohne Ventilator war das Arbeiten im Hochsommer in den meisten meiner Büros unerträglich. Aber energetisch wurde vor 30 Jahren eben ganz anders gebaut.

Abreißen oder sanieren?

Schon länger steht fest, dass es so nicht weitergehen kann. Die Feuerwehr hat bereits mehrfach mit der Schließung der Studios gedroht. Die Hausmeister sind ständig unterwegs, um das Gebäude zumindest einigermaßen in Schuss zu halten. Kein Wunder also, dass der Vorstand 2013 keine Alternative mehr gesehen hat, als sich intensiv mit baulichen Maßnahmen auseinanderzusetzen. Ein „einfach weiter so“ war keine Option mehr.

Der ERF beauftragte darum Architekten und Fachplaner, um das Gebäude zu untersuchen und einen Entwurf und Kostenvorschlag für eine Sanierung abzugeben. Mehrere Monate hat das gedauert – am Ende kam ein unerwartetes Ergebnis dabei heraus. Die Kosten der Sanierung sind so hoch, dass eine vorher fast undenkbare Lösung neu in den Fokus geriet: Neubau statt Sanierung.

Ein teures Projekt

Baureporter Claas Kaeseler
Baureporter Claas Kaeseler berichtet in regelmäßigen Abständen vom Projekt ERF2020 (Foto: Carsten Meier)

Sofort wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Parallel zum Sanierungs-Entwurf wurden Lösungen für einen Neubau erarbeitet. Eine spannende Zeit – auch für uns Mitarbeiter. Die Argumente für und gegen einen Neubau wurden unter uns ebenso intensiv und leidenschaftlich diskutiert wie die Pro- und Contra-Argumente für eine Sanierung. 

Parallel zur Gebäudeplanung hat der Bauausschuss Kontakte mit der Stadt, den Unterstützern und befreundeten Werken aufgenommen. Schon damals war klar, dass die Kosten – egal ob für Sanierung oder Neubau – für ein spendenfinanziertes Unternehmen wie ERF Medien eine enorme Belastungs- und Vertrauensprobe darstellt.

Ein Medienhaus, das uns zukunftsfähig macht

Ende 2017 wurden dem Aufsichtsrat die beiden Entwürfe vorgestellt. Diese Entwürfe erhielten auch neue Schätzungen zum finanziellen Aufwand. Auf der einen Seite die knapp 20 Millionen Euro teure Sanierung, auf der anderen Seite der etwas teurere Neubau. Ein so altes Gebäude zu sanieren erschien mir bei überschaubaren Mehrkosten für den Neubau wenig sinnvoll. Ein Neubau macht bisher undenkbare Änderungen möglich. So können alle Studios in einem Geschoss untergebracht werden. Wenn dann noch die Redaktionsteams in die Nähe der Studios rückt, spart das deutlich an Arbeitswegen und ermöglicht kürzere und bessere Absprachen.

 

Doch der Bauausschuss hat noch weiter gedacht – bzw. sich interessante Fragen gestellt: Wie kann man ein Medienhaus so bauen, dass man für die nächsten 30 Jahre zukunftsfähig wird und das Gebäude Ausdruck einer modernen Arbeitskultur wird? Das aktuelle Gebäude bietet aufgrund seiner Bauweise wenig Möglichkeiten, crossmedial und kooperativ zu arbeiten. Die meisten Kollegen arbeiten in Einzelbüros. Agiles Arbeiten über das eigene Team oder den eigenen Bereich hinaus ist schon im Hinblick auf die Bürosituation schwierig. Ein neues Gebäude bietet die Möglichkeit, die vernetzte Arbeitsweise der Gegenwart bereits in der Planung miteinzubeziehen und im Design der Räumlichkeiten umzusetzen.

 

Wie beim gesamten Bauvorhaben wurde aus meiner Sicht auch hier strategisch vorgegangen. Einige Kollegen haben sich moderne Medienhäuser angeschaut, in denen schon crossmedial gearbeitet wird. Die Mitarbeitervertretung war bei den Besuchen der Studios von FFH und MDR in Erfurt dabei. Ziel war und ist eine offene Bürostruktur zu etablieren – denn wenn man schon baut, dann richtig!

So sieht die neue Arbeitskultur bei ERF Medien aus
So sieht die neue Arbeitskultur bei ERF Medien aus (Grafik: ERF Medien)

 

Wenn man schon baut, dann richtig!

Knapp 22 Millionen Euro in zwei Jahren

Am 11. Dezember 2017 hat der Aufsichtsrat über das Projekt ERF2020 abgestimmt und sich einstimmig für den Neubau entschieden. Bei dem finanziellen Aufwand ist das für mich ein positives Zeichen und eine Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg sich lohnt. Gebaut wird – und das ist sicher auch eine Besonderheit – auf dem momentan existierenden Grundstück. Dort, wo sich aktuell die Parkplätze befinden, wird ab 2019 der erste Spatenstich des Neubaus gemacht. Sobald der Neubau bezugsfertig ist – das wird vermutlich ein anderthalb Jahre dauern — ziehen wir in das neue Gebäude um. 

Der geplante zeitliche Ablauf des Bauprojekts ERF 2020
Der geplante zeitliche Ablauf des Bauprojekts ERF 2020 (Grafik: ERF Medien)

 

Wenn alles so über die Bühne geht wie geplant, arbeite ich ab 2020 in einem neuen, zeitgemäßen und wirklich schönen Medienhaus. Positiv stimmt mich, dass sowohl die finanzielle Planung, als auch die bauliche Konzeption einen soliden und fundierten Eindruck machen. Von den knapp 22 Millionen Euro ist schon jetzt über die Hälfte finanziert.

Die finanzielle Planung des Bauprojekts ERF 2020
Die finanzielle Planung des Bauprojekts ERF 2020 (Grafik: ERF Medien)

 

Trotzdem sind noch knapp 10 Millionen Euro notwendig. Doch wenn Gott mit ERF Medien noch etwas vor hat und unsere Arbeit auch in Zukunft nutzen will, damit Menschen ihn kennenlernen, dann wird er alle offenen Fragen klären – egal, ob sie finanzieller, geistlicher oder architektonischer Natur sind. Vielen Dank, wenn Sie uns im Gebet unterstützen und auch in anderer Art und Weise an unserem Medienhaus der Zukunft mit bauen.

Sind Sie dabei - und bauen mit?

Claas Kaeseler
Leiter ERF.de

Jetzt das Projekt ERF2020 unterstützen 

 


Wir bauen ein neues Medienhaus

Neuigkeiten zum Bauprojekt ERF 2020

2018 schlagen wir ein neues Kapitel auf in der 59-jährigen Geschichte von ERF Medien: Wir bauen ein neues Medienhaus in Wetzlar! Damit können wir die beste Botschaft der Welt auch in der Mediengesellschaft der Zukunft mit all ihren Herausforderungen und Ansprüchen weiterverbreiten.

Durch den Neubau können sowohl aktuelle Brandschutzbedingungen als auch Anforderungen an die Technik bis hin zu Sicherheits- und Umweltaspekten besser erfüllt werden als im bestehenden und in die Jahre gekommenen Gebäude. Die Entscheidung für den Neubau ist im Hinblick auf die laufende Modernisierung von ERF Medien ein wichtiger Wegweiser für die Zukunft.

 

Interview mit dem ERF Medien Vorstandsvorsitzenden Dr. Jörg Dechert zum Bauprojekt ERF 2020

 

 

Sobald das Baugenehmigungsverfahren abgeschlossen ist, soll Ende 2018 mit dem Neubau begonnen werden. Wenn alles planmäßig läuft, wird schon Ende 2020 das neue Medienhaus in Betrieb genommen. Rund 20 Millionen Euro sind für das Gesamtprojekt veranschlagt. Wir freuen uns, wenn Sie dieses Projekt unterstützen durch Ihre Gebete und/oder eine Spende für das Bauprojekt ERF 2020.


Wir werden Sie hier auf unserem Bautagebuch regelmäßig über die Planungen und den Fortschritt des Bauprojektes informieren. Hier finden sie alle Neuigkeiten, Bilder und Videos rund um den Neubau.