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Befreit statt ausgenutzt

Wie können Christen in Deutschland gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung aktiv werden?

Vom 8.-11. November findet in Schwäbisch Gmünd ein Kongress statt, der sich gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung richtet. Der Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich, Mitbegründer des Bündnisses gegen Menschenhandel, lädt in einem kurzen Video auf YouTube im Namen aller Beteiligten Interessierte zu dieser Veranstaltung ein.

Veranstalter des Kongresses sind unter anderem die Deutsche Evangelische Allianz, Mission Freedom und International Justice Mission.

 

Deutschland – das „Bordell Europas“

Menschenhandel und Sklaverei sind grausame Realität für Millionen von Menschen weltweit. Das Geschäft mit der Ware „Mensch“ boomt. Deutschland muss sich mittlerweile die Bezeichnung „Bordell Europas“ gefallen lassen, weil Sex-Touristen aus aller Welt hierherkommen.

Ein Grund dafür: Prostitution ist in Deutschland legal. Laut einer Studie scheint eine liberale Gesetzgebung Menschenhandel zu begünstigen. Kriminelle nutzen die Notlage von Menschen aus, die aus wirtschaftlich schwachen Ländern stammen und sich in Deutschland einen lukrativen Job erhoffen. Mithilfe von falschen Versprechungen, Drohung, Gewalt, Drogen oder anderen Abhängigkeitsverhältnissen werden die Opfer ausgebeutet. Viele sind der Meinung, dass dazu deutsche Gesetze beitragen, die eigentlich erlassen wurden, um Menschen im Prostitutionsgewerbe zu schützen.

Zu Beginn der Coronakrise wurden Bordelle geschlossen, weil „Social Distancing“ in diesem Gewerbe nicht wirklich möglich ist. Das Virus könnte sich trotzdem im Rotlichtmilieu ausbreiten, wenn Prostituierte illegal ihrer Arbeit weiter nachgehen. Denn bei vielen ist die Not groß. Eine Lohnfortzahlung oder Kurzarbeitsgeld gibt es für die wenigsten dieser Frauen. Die zahlreichen Missstände im Rotlichtmilieu sind durch die Coronakrise wieder ans Tageslicht gekommen. Es bleibt zu hoffen, dass sich dadurch langfristig etwas ändern wird.

 

Informieren, aufklären, Ausstieg erleichtern

Christen sind bei gesellschaftlichen Fehlentwicklungen immer gefragt – so auch beim Thema Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Dass es realistische Möglichkeiten zur Verbesserung gibt, zeigt das nordische Modell in Schweden, wo käuflicher Sex verboten ist. Es hat in der Gesellschaft dort zu einer neuen Einstellung zur Prostitution geführt. Es gibt bessere Ausstiegshilfen, gute Aufklärung und Strafen für die Käufer sexueller Angebote. Eine ähnliche Entwicklung erhoffen sich viele Christen in Deutschland.

Ziel des Kongresses ist es deshalb, über Strukturen des Menschenhandels in Deutschland und weltweit zu informieren, die deutsche Gesetzeslage zu erklären und die politische Dimension aufzuzeigen. Insgesamt stellen sich 35 Initiativen mit ihren Hilfsangeboten bei dem Kongress gegen Menschenhandel vor. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um Frauen den Ausstieg aus der Prostitution zu erleichtern. Eine Initiative, die in Deutschland durch ERF Medien unterstützt wird, ist „Hidden Treasures“ (Verborgene Schätze). Es handelt sich dabei um eine christlich geprägte Audioreihe, die Betroffenen zeigen will, dass ein Ausstieg aus der Prostitution möglich ist. In dem mehrsprachigen Audiodrama steht der Wert des Menschen im Mittelpunkt, der von Gott geliebt und mit einer einzigartigen Persönlichkeit und mit Talenten geschaffen wurde. Die einzelnen Folgen kann man sich in den unterschiedlichen Sprachen auf der englischen „Hidden Treasures Webseite“ anhören.

Auch das Gebet ist eine Möglichkeit, um sich gegen Missstände in unserer Gesellschaft zu engagieren. Zum einen motiviert es uns, nicht wegzusehen, an Schwache zu denken und im eigenen Umfeld aktiv zu werden. Zum anderen können wir im Gebet, Schweres an Gott abgeben. Eine Hilfestellung dazu gibt der ERF|TWR Gebetskalender Women of Hope mit täglichen Anliegen, die zum Ziel haben, dass weltweit Frauen Gott als liebenden Vater kennenlernen.

 

Kongress trotz Corona

Der Kongress gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung findet vom 8. bis 11. November 2020 in Schwäbisch Gmünd im Tagungs- und Gästezentrum Schönblick statt – und zwar trotz Corona. Aktuell laufen die Planungen auf Hochtouren. Denn natürlich ist in Bezug auf die Einhaltung der Hygieneverordnungen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen einiges zu beachten. Doch das Team vom Schönblick ist hoffnungsvoll, trotz der besonderen Lage einen inspirierenden Kongress zu diesem wichtigen Thema gestalten zu können.

Um Interessenten die Entscheidung zu erleichtern, hat man die Stornofrist verlängert. Bis sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn können Teilnehmer nun kostenlos stornieren.

Banner und Link Women of Hope



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Kommentare

Von Kerstin am .

Ich gehe davon aus, dass überwiegend eine wie auch immer geartete Not Menschen zwingt, sich zu prostituieren. Diese Menschen sollten nicht zusätzlich mit Strafandrohungen unter Druck gesetzt werden. Statt dessen sollten alle, die rundherum Nutzen aus dieser Not ziehen - Freier, Zuhälter, Finanzämter... drastisch bestraft werden. Ich fürchte aber auch, dass gerade in den Gemeinden nicht oft und deutlich genug klargestellt wird, dass es kein Kavaliersdelikt ist, einen Mitmenschen derart für mehr

Von Jörg am .

Dass die Prostitution in Deutschland legal ist, ist kein Naturgesetz. Und es war auch nicht immer so. Es war ein rotgrünes Projekt der Regierung Schröder-Fischer. Die Grünen waren und sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Deutschland das Bordell Europas ist. Dass dieser Hinweis im mehrheitlich grünen Umfeld des ERF fehlt, ist beschämend. Stattdessen kommen in großem Maße grüne Funktionäre wie Künast, KGE und Konsorten zu Wort, im Gegensatz zu Vertretern anderer Parteien. Frau Künast war mehr


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