Lebensrecht Lesezeit: ~ 2 min

Auf der Straße für das Lebensrecht Ungeborener

14. „Marsch für das Leben“ in Berlin.

„Alles ist durch ihn erschaffen. Alles ist zu ihm hin erschaffen. Wir beten dich an, Jesus!“

Thomas Enns, Frontmann der Band Könige und Priester steht auf einer Bühne vor dem Berliner Hauptbahnhof, das Bundeskanzleramt in Sichtweite. Schnell wird klar: Der „Marsch für das Leben“, eine Demonstration gegen Abtreibungen 22. September 2018, wird getragen vor allem von Christen. Rund 5.000 Menschen aus ganz Deutschland sind dem Aufruf des Bundesverbands Lebensrecht gefolgt.
 

100.000 Abtreibungen jedes Jahr

Ihr Anliegen: Die hohe Zahl der Abtreibungen in Deutschland soll sinken. Rund 100.000 Kindern jedes Jahr werde die Chance genommen, das Licht der Welt zu erblicken. Die Zahl könnte weitersteigen, betont Mechthild Loer. Die  Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben befürchtet: Ein Bluttest zur Früherkennung des Dows-Syndroms könnte demnächst zur Kassenleistung für gesetzlich Krankenversicherte werden. „Das ist so gefährlich, dass wir wirklich mit allem Protest dagegen angehen müssen.“

Die Haltung von Mechthild Loer und den anderen Abtreibungsgegnern wird nicht von allen geteilt. Die Frauenbeauftragten von SPD, Grünen und Linken haben zum Gegenprotest aufgerufen. Gekommen sind einige hundert Gegendemonstranten, viele aus dem linksautonomen Spektrum. Wie in den Vorjahren versuchen sie, den „Marsch für das Leben“ durch Sitzblockaden und lautstarkes Gegröle zu stören. Ein starkes Polizeiaufgebot kann das meiste verhindern.
 

Bischof übt Selbstkritik

Dabei zeigen sich die Teilnehmer des Marsches für das Leben durchaus gesprächsbereit und auch selbstkritisch. Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit spricht auf dem Gottesdienst, der den Demonstrationszug abschließt: „Wir müssen selbstkritisch sagen: Wir (Christen) waren vielleicht häufiger die Vertreter einer bürgerlichen Moral, als die Träger der Last von schwangeren Frauen, ledigen Müttern und jungen Familien.“
 

 

Kaum Unterstützung aus der EKD

Abromeit hätte sich sicher mehr Unterstützung von seiner eigenen Kirche gewünscht. Er ist der einzige evangelische Bischof auf dem diesjährigen Marsch für das Leben. Stattdessen sind Repräsentanten aus evangelischen Freikirchen und dem Raum der Deutschen evangelischen Allianz da. Auch der katholische Bischof von Berlin, Heiner Koch, schaut vorbei. Ein Zeichen, das viele Demonstranten als Ermutigung auffassen für ihren Kampf für das ungeborene Leben.


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