Anstoß - Gedanken zur Tageslosung

Psalm 25,11

Bibelvers

Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die so groß ist!

Psalm 25,11

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Das Amt des Deutschen Bundespräsidenten ist mit wenig Macht ausgestattet. Doch an einer Stelle kann das Staatsoberhaupt über Wohl und Wehe eines Menschenlebens entscheiden. Nämlich dann, wenn es um die vorzeitige Entlassung eines Strafgefangenen geht: die Begnadigung. Derjenige, der das Gnadengesuch stellt, weiß ganz genau: Ich kann hier nicht mit eigenen Leistungen auftrumpfen. Ich bin voll und ganz auf das Wohlwollen des Präsidenten angewiesen. Das einzige, was ich tun kann, ist Reue zeigen.

Ganz ähnlich muss der Israelitische König David gedacht haben, als er den 25. Psalm komponierte. Er schreibt am Höhepunkt seines Liedes:

„Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die so groß ist!“

David ist überzeugt: Wenn sich Gott mein Register an Verfehlungen vornimmt und danach urteilen müsste: Ich hätte keine Chance. Aber weil du, HERR, es liebst, gnädig zu sein, weil du dafür bekannt bist, dass du dich dem reuigen Sünder zuwendest, habe ich Mut, um Gnade zu bitten.

So ist Gott: Dem, der sich an ihn wendet und mit aufrichtigem Herzen seine Vergehungen bereut, dem vergibt er. Einfach so, aus Gnade! Dass diese Gnade einen Preis hat, das wurde über tausend Jahre später deutlich. Doch Gott selbst hat diesen Preis bezahlt: Nämlich als er seinen Sohn Jesus Christus hat unschuldig am Kreuz hinrichten lassen. So trug Gott selbst die Konsequenzen von Davids, Ihrer und meiner Schuld. Mit diesem Wissen können auch wir heute zu Gott kommen und seine Gnade erbitten. Er gibt sie uns gerne.

Oliver Jeske