Wort zum Tag

Lukas 19,4-5

Bibelvers

Zachäus stieg auf einen Maulbeerbaum, um Jesus zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.

Lukas 19,4-5

In Lukas 19,4-5 steht: „Zachäus stieg auf einen Maulbeerbaum, um Jesus zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.

„Rein, keusch“, so lautet die Übersetzung des Namens ‚Zachäus’. Dieser leitende Zollbeamte aus Jericho hatte vermutlich mit der Bedeutung seines Namens "rein, keusch" nichts weiter am Hut. Er erinnerte sich lieber an seinen Profit. Im Mittelpunkt seines Denkens und seines Lebens stand das Geld. Die Kasse musste klingeln – egal ob auf rechtmäßige oder unrechtmäßige Art und Weise. Das machte sein Leben aus. Vielleicht hatte er schon längst vergessen, dass er Gott vergessen hatte.

Aber Gott hatte ihn nicht vergessen. So, wie er keinen Menschen vergisst. Sie sind seine geliebten Geschöpfe, auch wenn sie ihn viele Jahre aus ihrem Leben gestrichen haben. Gott will sie bei sich haben. Er will ihnen unvergleichliches Leben geben. Deshalb macht sich sein Sohn Jesus auf die Suche nach den Gottvergessenen. Eines Tages hört Zachäus von Jesus. Er wird neugierig. Und als Jesus nach Jericho kommt, unternimmt Zachäus alles, ihn zu sehen.

Ist es bloß Neugier auf einen Prominenten? Oder meldet sich da die Sehnsucht des Geschöpfs nach seinem Schöpfer? „Unser Herz ist unruhig in uns, bis es Ruhe findet in dir, o Gott“, sagte der Kirchenvater Augustin. Vielleicht spürt Zachäus plötzlich, dass Reichtum noch nicht das eigentliche Leben ist? Vielleicht ahnt er, dass volle Kassen noch nicht das erfüllte Leben bringen.

Die Neugier auf Jesus treibt ihn auf den Baum – egal was die Leute sagen. „Als ich mir eine Bibel gekauft habe, haben mich meine Arbeitskollegen für verrückt erklärt. Egal, aber ich will wissen, was die Wahrheit ist“, sagte neulich ein Arbeiter eines größeren Betriebes. Eine gute Neugier. Denn Zachäus ist nicht aus dem Blick Gottes geraten. Gott erinnert sich an ihn. Mit Namen redet Jesus ihn an. Er kennt jeden Menschen. Er weiß um unser
Leben. Und er will nicht auf uns verzichten.

‚Heute’ will er Gemeinschaft mit uns, auch mit denen, die Gott vergessen haben. Der heutige Tag ist eine große Chance: Er bietet uns Gelegenheit, Jesus kennen zu lernen, auf das Wort der Bibel zu hören, dorthin zu gehen, wo Menschen sich um Jesus versammeln. Und er ist die Chance, Jesus in unser Haus, in unser Leben einzulassen, damit er den Platz im Leben seiner Geschöpfe einnehmen kann, der ihm, dem Schöpfer, zusteht.
Es gibt keinen wichtigeren Tag als „heute“.

Der letzte Vers des Adventsliedes „Macht hoch die Tür“ ist ein Gebet. Es könnte die Bitte des Zachäus gewesen sein, als Jesus seine Absicht bekundet, zu ihm nach Hause zu kommen:

Komm, o mein Heiland, Jesus Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach, zieh mit deiner Gnade ein.
Dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.

Glücklich der, der so betet.

Rainer Dick

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