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Magazin ANTENNE

ANTENNE September/Oktober 2010

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Gedenktag der Woche zur 21. Kalenderwoche 2007



Missionar mit Zopf

Zum 175. Geburtstag von James Hudson Taylor

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Geboren wurde Hudson Taylor am 21. Mai 1832. Sein Vater war Apotheker in der englischen Stadt Barnsley und engagierte sich in der örtlichen Methodistengemeinde. Ein Gesprächsthema, das der kleine Hudson damals mit Sicherheit immer wieder mal aufgeschnappt hat, war der Konflikt zwischen Großbritannien und China. 1840 kam es wegen des Handels mit Opium sogar zum sogenannten Opiumkrieg. Die chinesische Regierung hatte einen Importstopp für diese Droge verhängt. Doch weil Großbritannien auf die lukrativen Geschäfte nicht verzichten wollte, wurde China mit Gewalt dazu gezwungen, vier Hafenstädte an der chinesischen Küste für den Opiumhandel zu öffnen und Hongkong vollständig an Großbritannien abzutreten.

Aber auch darüber hinaus waren viele Engländer von China mit seiner uralten Kultur fasziniert. Besonders das Innere Chinas war nur wenig erforscht und die vielen Gerüchte, die immer wieder nach England gelangten, machten es noch geheimnisvoller. Der Vater von Hudson Taylor war aber vor allem um die Menschen in dem exotischen Land besorgt, weil sie noch nie die rettende Botschaft des Evangeliums gehört hatten.

Der kleine Hudson wurde schon früh von dieser Sorge seines Vaters angesteckt. Als Kind und Jugendlicher las er alles, was er über das Land und seine Menschen erfahren konnte. Gesundheitlich war Hudson Taylor ein echtes Sorgenkind. Nur zwei Jahre konnte er die Schule im Ort besuchen, weil er so oft krank war. Seine Eltern unterrichteten ihn deshalb meistens zu Hause. Mit siebzehn Jahren begann er eine Banklehre, die er wegen eines Augenleidens allerdings abbrechen musste.

Obwohl Hudson Taylor zeitweise fast den Glauben verliert, wächst in ihm schließlich doch die Gewissheit: Gott will mich in China haben. Und so beginnt er, sich gründlich für eine Ausreise vorzubereiten. Als erstes besorgt er eine chinesische Bibel. Mühsam bringt er sich damit die chinesischen Schriftzeichen bei. Damit er den Menschen auch praktisch helfen kann, studiert er Medizin.

Im Jahr 1853 - Hudson Taylor ist gerade mal 21 Jahre alt - macht er sich auf den Weg. Die Schiffstour dauert ein halbes Jahr. Eine aufwändige Reise! In China angekommen, mietet er sich ein Zimmer in den Slums von Schanghai. Er lernt die chinesische Umgangssprache und zieht sich nach Art der Chinesen an. "Den Chinesen ein Chinese werden", ist sein Motto. Und dazu gehört auch, dass er sich den Kopf vorne kahl scheren und hinten einen Zopf wachsen lässt. Der Spott der anderen Europäer ist ihm sicher, aber das stört ihn nicht.

Hudson Taylor übernimmt die Leitung eines Krankenhauses und gründet eine Missionsgesellschaft: die China-Inland-Mission. Immer mehr Missionare schließen sich an: Europäer, aber auch Chinesen, die Christen geworden sind. 1895 sind es mehr als 1100 Missionare, die mit medizinischer und geistlicher Hilfe in China unterwegs sind. Einen herben Rückschlag erlebt das Missionswerk, als im Jahr 1900 beim sogenannten Boxeraufstand 60 Missionare umgebracht werden. Dahinter steckt ein Geheimbund, der sich gegen westliche und vor allem christliche Einflüsse wehrt. Hudson Taylor ist erschüttert und sagt: "Ich kann nicht mehr lesen, nicht mehr denken, nicht einmal mehr beten. Aber ich kann noch vertrauen!"

Und die Arbeit geht weiter! Bereits 1899, also ein Jahr vor dem tragischen Zwischenfall, wurde in Hamburg der deutsche Zweig der ChinaInland-Mission gegründet und der erste deutsche Missionar nach China entsendet. 1902 siedelt das Missionswerk nach Bad Liebenzell im Schwarzwald um und bekommt den Namen Liebenzeller Mission. Ab 1967 übernimmt die Überseeische Missions-Gemeinschaft in Deutschland diesen Dienst.

Hudson Taylor stirbt im Jahr 1905. Dass es heute in China viele Millionen Christen gibt, ist nicht zuletzt ihm und seinen Missionaren zu verdanken. Verlässliche Zahlen sind von der kommunistischen Regierung nicht zu bekommen. Unterschiedliche Schätzungen gehen davon aus, dass es heute zwischen zehn und 80 Millionen Christen in China gibt.

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von Kai-Uwe Woytschak

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