Welche Bibelübersetzung lesen prominente Christen am liebsten?
SMS-Bibel, Volx-Bibel, Neues-Leben-Übersetzung. Neue Bibelübersetzungen bereichern nicht nur den deutschsprachigen Markt. Aber welche Übersetzung ist die beste? Und welche Übersetzung lesen prominente Christen am liebsten? Glaube24.de hat mit dem Bibelwissenschaftler Dr. Heinrich von Siebenthal gesprochen, der an der FTA Gießen unterrichtet
Das Buch der Bücher (Foto:morguefile.com)
Glaube24.de: Welche Übersetzung ist geeignet, wenn man die Bibel im Zusammenhang lesen will?
Die "Gute Nachricht Bibel" und "Hoffnung für alle". Die Gedankenführung der biblischen Texte wird in diesen "kommunikativen" Übersetzungen optimal verstehbar gemacht. Dies geschieht auch bei der "Neuen Genfer Übersetzung", der nach meinem Dafürhalten qualitativ besten Übersetzung; doch ist sie leider erst in Teilen erhältlich. Hervorragend geeignet ist auch die (etwas ältere) "Bruns-Bibel". Was mich nicht so überzeugt, ist die Neues-Leben-Übersetzung. Sowohl Exegese als auch Stil sind oft von unterschiedlicher Qualität. Manche Passagen sind sehr gut, andere weniger.
Glaube24.de: Welche Übersetzung ist die beste, wenn man tiefer in einen Text einsteigen will?
Immer noch sehr beliebt: Die Luther-Bibel
Die "Elberfelder Bibel", die die Standardübersetzung des grammatisch-wörtlichen Typs ist (ähnlich auch die noch nicht vollständige revidierte "Zürcher Bibel"). Diese erlaubt es dem Leser, dem Wortlaut, besonders auch dem Gebrauch der Wörter und Wendungen nachzugehen (mit Hilfe einer Print- oder elektronischen Konkordanz). Um aber zu vermeiden, dass man bei dieser Beschäftigung mit Details "den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht", empfiehlt es sich, parallel stets eine weniger wörtliche zu verwenden. Neben den genannten eignen sich dafür besonders die "Menge-Bibel" und die bewährte "Luther-Bibel" (eine gute Möglichkeit stellt auch der Text der römisch-katholischen "Einheitsbibel" dar).
Glaube24.de: Welche Übersetzung ist am genauesten?
Neben der noch nicht vollständigen "Neuen Genfer Übersetzung" die "Menge-Bibel", die aus der Hand eines (einst) führenden Altphilologen stammt, der Genauigkeit im Detail und Verstehbarkeit in einer für mich besonders vertrauenswürdigen Weise verbindet.
Glaube24.de: Wie beurteilen Sie alternative Bibelübersetzung wie z.B. die Volxbibel der Jesus-Freaks, die bereits für einige Aufregung in christlichen Kreisen gesorgt hat?
Einen Grund zur Aufregung sehe ich nicht, auch wenn ich persönlich mit dem Sprachstil der Volxbibel Mühe hätte. Diese Bibel ist für eine ganz bestimmte Zielgruppe mit einem besonderen sprachlichen Code gedacht, und über diese hinaus dürfte sie kaum Verbreitung finden. Wenn aber Menschen innerhalb und außerhalb dieser Subkultur durch sie angesprochen werden und den Weg zu Jesus finden (wovon ich ausgehe), ist dies eine Grund zur Freude. Dazu kommt, dass solche Menschen wahrscheinlich über kurz oder lang den Wert einer "normalen" Übersetzung entdecken werden.
Glaube24.de: Welche Übersetzung nehmen Sie persönlich am liebsten?
Die englischsprachige "Good News Bible" (meine Frau und ich verwenden sie regelmäßig beim gemeinsamen Bibellesen) oder die "Gute Nachricht Bibel". Am liebsten lese ich allerdings im Original, parallel dazu eine Auswahl verschiedener Übersetzungen (mit Hilfe der Programme: "BibleReader" [für Palm oder Pocket PC] und "PalmBiblePlus" [für den Palm] oder etwa "e-Sword" [für den PC]).
Glaube24.de: Vielen Dank für das Interview.
Wir haben prominente Christen gefragt: Welche Übersetzung lesen Sie am liebsten?
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Peter Hahne, TV-Moderator und Bestseller-Autor "Ich lese nach wie vor meinen alten Luther. In der Bibel muß man zu hause sein, Heimat haben. Dazu gehört das Gewohnte, der bekannte Klang der Worte. So habe ich seit meiner Kindheit nicht nur dasselbe Elternhaus, sondern auch die gleiche Bibel. Kein Wunder, daß nach einem Taschen-Diebstahl der Verlust aller Ausweise durch das Wiederfinden meiner alten Bibel mehr als aufgewogen wurde!" |
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Jürgen Werth, ERF Direktor und Liedermacher "Luther bleibt Luther. Durch nichts und niemand zu ersetzen. Das Standardwerk. Ein Muss. Theologisch und sprachlich brilliant. Neu entdeckt habe ich eine sehr interessante Übertragung der Bibel in die Denke und Spreche heutiger Menschen, leider nur auf englisch: "The Message" von Eugene Petersen." |
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Christina Riecke, Evangelistin |
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Hartmut Steeb, Vorsitzender Evangelische Allianz "Aus zwei ganz persönlichen Gründen lese ich am liebsten die Luther-Bibel: 1. Sie ist mir aus Kindheitstagen vertraut: Der Vater las uns jeden Tag ein Kapitel draus vor, von vorne bis zum Schluß und dann den nächsten Durchgang. Ich hörte jeden Sonntag im Gottesdienst und an den meisten Sonntagen zusätzlich in der pietistischen Gemeinschaftsstunde Gottes Wort in dieser Fassung. 2. Ich habe immer wieder Bibelpassagen, zweimal auch ganze Briefe, auswendig gelernt. Da bleibt man gerne bei der vertrauten Sprache." |
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Thorsten Hebel, Evangelist "Martin Luther hatte die Gabe Worte zu formen, die hängen bleiben. Stabreime und präzise Formulierungen gehen ohne Umwege ins Herz. Seine Übersetzung ist Kunst." |
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Joachim Stängle, Leiter der Christlichen InterNet-Arbeitsgemeinschaft CINA "Ich persönlich bevorzuge die Lutherbibel. Mit dieser Übersetzung bin ich aufgewachsen und ich kenne sie seit Jahrzehnten. Viele Verse habe ich auswendig gelernt - dadurch sind sie mir sehr präsent und vertraut. Zur Vorbereitung von Andachten oder Predigten lese ich gern auch andere (deutsche) Übersetzungen, weil sie durch andere Formulierungen die Schwerpunkte in einem Text anders setzen. Das ist für mich oft sehr aufschlussreich. Gut, dass es www.bibleserver.com gibt. Da kann ich sechs deutsche Übersetzungen parallel lesen und vergleichen - ohne viele Bücher im Regal haben zu müssen." |








