Anstoß - Gedanken zur Tageslosung

Markus 2,19

Bibelvers

Jesus sprach: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist?

Markus 2,19

Player starten/anhalten

Vor etwa 2000 Jahren, zur Zeit des Wirkens Jesu auf der Erde, war es üblich, dass gläubige Menschen fasteten. Nicht etwa „7 Wochen ohne …“ Man fastete in regelmäßigen Abständen. Für Pharisäer wäre es - sagen wir mal - ein „No-Go“  gewesen, nicht zu fasten. Ihnen fällt auf, dass die Jünger Jesu das nicht tun. Deshalb sprechen sie Jesus darauf an.

In der Bibel wird folgende Situation beschrieben: Die theologischen Gelehrten, die Pharisäer fragen ihn, warum Jesu Jünger das nicht tun? Vielmehr, sie werfen es ihm vor. Jesus gibt folgende Antwort darauf:  „Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist?“ – so steht es z. B. im Markus-Evangelium.

Der Dialog geht noch weiter. Doch bereits dieser erste Satz ist ein Affront für die Gelehrten. Jesus sagt nicht: „Sorry! Ihr habt Recht.“ Er stellt ihnen diese Gegenfrage. Was meint er damit? Hochzeitsgäste, Bräutigam, Bahnhof ...? Die Pharisäer haben’s auch nicht verstanden. Wie konnten sie auch, sonst wäre es ihnen wohl wie Schuppen von den Augen gefallen, wer da vor ihnen stand. Nämlich der Sohn Gottes. Aber für sie war Jesus ja nichts anderes als ein Scharlatan, dem es galt, das Handwerk zu legen.

Jesus sprach: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist?“ - Was diese Begriffe genau bedeuten, wenn man sie entschlüsselt, ist eine wichtige Frage. Mir fällt hier noch was anderes auf: Wie Jesus auf diesen Vorwurf reagiert. Er sagt ihnen sozusagen durch die Blume: Ihr setzt hier falsche Prioritäten! Ihr verpasst hier die Dinge die wirklich wichtig sind!

Ob man fastet oder nicht, darauf kommt es nicht an. Es geht schlicht um den richtigen Zeitpunkt und um die richtige Einstellung. Jesus wagt es, ihren Glauben zu hinterfragen.

Wir beamen uns zurück in die Gegenwart: Was heißt das für mich, beinahe 2000 Jahre später? Fasten ist durchaus eine sinnvolle Sache. Aber der Verzicht auf irdische Dinge macht mich vor Gott zu keinem besseren Menschen. Christsein ist mehr. Christsein ist Christus. Auf Schokolade, auf Liebgewordenes kann ich verzichten. Doch Jesus und seine Tat am Kreuz ist existenziell und deshalb unverzichtbar!

Piera Reich