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Magazin ANTENNE
ANTENNE Juli/August 2010

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Anstoß
Missgunst, Neid, Ungerechtigkeit, Verletzungen. David kannte all das nur zu gut. Würde David heute leben, sein Arzt und Apotheker würden ihn eine Therapie nach der anderen machen lassen. Psychologen und Psychiater haben nämlich erforscht, dass unsere Verletzungen uns prägen – mehr als alles andere. In der modernen Welt der Siegertypen haben Verletzungen aber kaum Raum, verarbeitet zu werden.
Die deutsche Dichterin Ricarda Huch (1864-1947) schreibt in einem ihrer Gedichte:
Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen
sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
und während Jahre und Tage vergehen,
werden sie Stein.
Du sprichst und lachst,
wie wenn nichts wäre.
Sie scheinen zerronnen wie Schaum,
doch du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder
mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
da blüht nichts mehr ...
Auch David musste im Lauf seines Lebens viele Federn lassen. Schon wieder erlebt David eine Situation, in der er sich von Gott und der Welt verlassen fühlt. Er schreit seine Sehnsucht nach Gerechtigkeit hinaus. David versteckt sich und seine Gefühle und Verletzungen nicht vor Gott. Es macht ihm nichts, kein Sieger zu sein. Er zeigt gegenüber Gott seine Beschädigungen. Manche Erlebnisse hinterlassen große Flecken auf unserem Lebensteppich. Es gibt Ereignisse, die beschädigen uns nachhaltig. Gott nimmt sich der Beschädigten an. David wusste das. Auch er war ein Dichter. In einem seiner Psalmen heißt es: Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an.
Harald Weiß
Leserbrief zu diesem Beitrag
- Von Anneliese Zanger am 22.11.2009, 12:52 Uhr.
- Danke für den Anstoß, er hat mir besonders gut getan und geholfen, ich drucke ihn aus und gebe ihn weiter.
Herzliche Sonntagsgrüße und vielen Dank für die guten Sendungen
- Von Nikolaus am 22.11.2009, 10:03 Uhr.
- Vielen Dank für diese Worte. Einfach unfaßbar und es mach sprachlos Gott als Vater zu haben. DANKE!!!!



