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Frauengestalten der Bibel

Listig und grausam: Isebel

Königin Isebel war einflussreich und mächtig. Dennoch blieb ihr Leben sinnlos und leer: Sie vertraute dem falschen Gott.

Isebel war ein Königskind, nämlich Tochter des Königs von Sidon und somit Anhängerin des dort üblichen Baal-Kultes. In ihrer Ehe mit dem israelischen König Ahab versuchte sie mit Macht, den Baals-Kult auch in Israel einzuführen, was ihr mit Hilfe von Ahab auch beinahe gelungen wäre.

Isebel lebte etwa um 875 vor Christus. Sie erwies sich als eine ungewöhnlich starke Persönlichkeit, die in der Lage war, Macht zu erlangen und auszuüben. Sie vermochte es, ihren oft unentschlossenen Mann zu lenken und in fanatischer Weise die Religion ihres Heimatlandes in Israel durchzusetzen. Dies hatte zur Folge, dass sie die Propheten Israels bekämpfte und vernichtete. Erst dem Propheten Elia gelang es, die Pläne Isebels zu durchkreuzen. Das trug sich folgendermaßen zu:

Isebel und die Propheten des Baal

Im ersten Buch der Könige, Kapitel 18, lesen wir, wie Elia König Ahab stellt und ihn anklagt, die Gebote Gottes verlassen zu haben, dem Baal zu dienen und seine Frau Isebel gewähren ließ, die Propheten Gottes zu töten. Elia, der allein übrig geblieben war, forderte Ahab auf, ein Gottesurteil herbeizuführen und auf dem Berg Karmel 450 Propheten Baals und ebenso viele der Aschera zu versammeln. Sie sollten einen Altar errichten, einen Stier zum Opfer zubereiten, aber kein Feuer unter dem Holz entzünden. Ahab willigte ein, und so geschah es.

In epischer orientalischer Breite beschreibt die Bibel diesen Vorgang, um schließlich zum triumphalen Höhepunkt zu führen, der Elia als Sieger ausweist und damit den Gott Israels, dem das Volk nun huldigt und vor ihm auf die Knie fällt. Alle Baalspriester werden von Elia getötet. Das erregt die Wut Isebels, die Rache schwört und droht, Elia zu töten. Als Elia das hört, ergreift er die Flucht und „rannte um sein Leben“ (1. Könige 19,3a).

Aber am Ende wurde nicht Isebels Drohung wahr, sondern Elias Prophezeiung: „Die Hunde sollen Isebel fressen an der Mauer Jesreels“ (1.Könige 21,23b). Jedoch bevor sich diese Weissagung erfüllte, hören wir noch von einer anderen Untat Isebels, die sie bis zum heutigen Tage berühmt-berüchtigt macht.

Isebel missbraucht ihre Macht

Ahab war versessen auf einen bestimmten Weinberg, der direkt neben seinem Palast lag und einem Mann namens Nabot gehörte. Der König bat Nabot, ihm das Land gegen einen guten Preis zu verkaufen oder gegen ein besseres Stück Land einzutauschen. Aber Nabot lehnte ab mit der Begründung, seinen Vorfahren sei das Stück Land, das jetzt ihm gehöre, einst zugewiesen worden mit der Auflage, es seinen Nachkommen weiter zu vererben. Es sei darum unverkäuflich. Enttäuscht berichtete Ahab dies seiner Frau. Aufgebracht entgegnete diese ihm, aufgeschrieben in 1.Könige 21, 7-11; 14-16:

„Bist du der König von Israel oder nicht? Gut, dann steh jetzt auf, iss etwas und vergiss deinen Ärger. Du sollst deinen Weinberg haben. Ich nehme die Sache in die Hand.“ Sie schrieb im Namen des Königs einige Briefe, verschloss sie mit dem königlichen Siegel und verschickte sie an die Ältesten und die einflussreichsten Männer der Stadt Jesreel. In den Briefen stand: „Ruft einen Tag der Buße aus und versammelt das ganze Volk! Weist Nabot einen Platz ganz vorne zu. Sorgt aber dafür, dass zwei bestochene Zeugen in seiner Nähe sitzen. Sie sollen ihn vor aller Augen anschuldigen und rufen: ‚Dieser Mann hat über Gott und den König gelästert!’ Dann führt ihn aus der Stadt und steinigt ihn. Die Ältesten und die einflussreichen Männer von Jesreel führten alles aus, was die Königin in ihrem Brief angeordnet hatte.

Die Stadtobersten ließen Isebel ausrichten: „Nabot wurde gesteinigt. Er ist tot.“ Kaum hatte Isebel diese Nachricht erhalten, sagte sie zu Ahab: „Der Weinberg gehört dir! Nabot aus
Jesreel, der ihn um nichts auf der Welt verkaufen wollte, ist tot.“ Als Ahab das hörte, ging er sogleich hinaus, um den Weinberg in Besitz zu nehmen.“

Aus diesem grausamen Bericht erfahren wir, dass Isebel wie selbstverständlich mit königlichen Machtbefugnissen umging. Sie schrieb die Briefe einfach in des Königs Namen und versiegelte sie noch dazu mit dem königlichen Siegel. Sie war die Verfasserin, nicht der König. Als die Männer von Jesreel den Meuchelmord ausgeführt hatten, meldeten sie das nicht etwa Ahab, sondern Isebel. Sie muss so gefürchtet gewesen sein, dass man ihr uneingeschränkt gehorchte.

Wachsam sein gegen das Böse

Das Beispiel Isebels zeigt, dass ausgeprägte, starke Persönlichkeiten Macht erlangen und missbrauchen können. Sie vermögen es, andere Menschen rücksichtslos für ihre eigenen Zwecke einzusetzen. Der Lauf der Geschichte zeigt uns das in unzähligen Tragödien. Isebels Leben blieb trotz aller Macht sinnlos und leer. Sie blieb dem Bösen verfallen, sie verweigerte sich dem Gott und Schöpfer dieser Welt und endete schließlich in einem schmählichen Tod.

Der Name Isebels taucht noch einmal im Neuen Testament auf. Im Schreiben des Engels an die Gemeinde in Thyatira heißt es in Offenbarung 2,20: „Ich habe gegen dich, dass du Isebel duldest, diese Frau, die sagt, sie sei eine Prophetin, und lehrt und verführt die Gläubigen, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen.“ Es ist anzunehmen, dass hier der Name Isebel als Synonym verwandt wurde für bestimmte Eigenschaften einer Frau, vor der man warnen muss.

Darum sollten auch wir wachsam sein und mit Martin Luther in die Verse einstimmen: „Der alt böse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins gleichen.“

Jedoch: „Ein Wörtlein kann ihn fällen.“
 

 

(Foto: Tablav, sxc.hu)

Autor: Helga Lampe

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Leserbrief zu diesem Beitrag

Von H. Schlesinger am 03.02.2010, 14:31 Uhr.
Ein Leben ohne Gott ist immer sinnlos und leer. Das Wesen Isebells ist in beiden Geschlechtern vorhanden- Mißbrauch von Macht. Hier wird auch u.a. demonstriert, welcher Fluch davon ausgeht, wenn wir nicht in der von Gott gegebenen ORDNUNG leben. Männer sind schwach u. Frauen dominieren= vorprogrammiertes Chaos. Dann regiert Habsucht in jeglicher Facette. Hier kann nur der Hlg. Geist eingreifen u. das ewige Wort in unseren Herzen offenbaren, daß wir erkennen, wo wir uns im Ungehorsam befinden; und uns durch Buße und Umkehr belehren lassen, den von Gott bestimmten Platz in unseren jeweiligen Lebenssituationen einnehmen. Nur dann können "Isebells" Angriffe nicht treffen- sie scheitern am Eingreifen Gottes bei bedingungslosem Gehorsam.
Somit haben wir den Sieg durch die WAHRHEIT!!! ein GESCHENK!
Von G Baer am 02.02.2010, 18:00 Uhr.
Es ist anzunehmen, dass hier der Name Isebel als Synonym verwandt wurde für bestimmte Eigenschaften einer Frau, vor der man warnen muss. Liebe Frau Lampe,
Für mich steht Isebel nicht als Warnung vor einer Frau, sondern als Wahrnung vor Menschen die diese Eigenschaften, wie Isebel, haben. Das Böse versteckt sich nicht nur hinter Grausamkeiten und Macht, sondern auch hinter Freundlichkeit und Liebe und zwar dann, wenn das Herz nicht daran beteiligt ist, sondern Freundlichkeit und Liebe geheuchelt wird.Es gibt Isebels in der Welt die männlich oder weiblich sind. Haben wir nicht alle eine Isebel in uns , die nur durch Gottes Heiligen Geist zum verstummen gebracht werden kann. Nur durch die Gnade Gottes und dem Glauben an Seinen Sohn Jesus Christus, der für unsere Sünden gekreuzigt worden ist, werden wir befreit von einer Isebel in uns.
Möge Gott Sie segnen.
Ihre
G. Baer
Von HEINRICH WOHLGEMUTH am 28.01.2010, 7:02 Uhr.
Liebe Frau Lampe, Ihre Ausführungen über Isebel gefallen mir hier sehr gut. Ich hätte vielleicht noch den Namen, engl. JEZEBEL, mehr erklärt. JEZEBEL hat nämlich nichts mit frz. "belle" = "schön" zu tun, sondern kommt vom Phönizischen Baal, Jeze-Baal. Satan hat es fertiggebracht, genau diesen Namen über Latein in all unseren Kulturen populär zu machen, als "Isa-bella", Bella, die Schöne. Ihre Schlussfolgerung ist absolut richtig. Natürlich müssen wir wachsam sein, denn dieser antichristliche Geist, der schönen Baals-Bella, wird uns täglich im Fernsehen mit "lovemaking scenes" untergejubelt, sodass man diese camouflagierte "Isa-Bella" schon als ganz normal empfindet. Ich finde sehr gut, dass Sie betonen, Isa-baals Leben war sinnlos und leer. Dieser antichristliche Geist war vor 2000 Jahren schon da (1.Joh.2,18) und er ist heutzutage noch offensichtlicher am Werk in allen modernen Lebensbereichen. "DEM WIDERSTEHT FEST IM GLAUBEN" 1. Petrus 5,9. RESISTING ist also eine urchristliche Charakterstärke, die nicht nur "Greenpeace" für sich "gepachtet" hat. WIDERSTEHT DEM TEUFEL, DANN FLIEHT ER VON EUCH! Jakobus 4,7. Nichts gegen Greenpeace und das "grüne Evangelium". Wir vergessen dabei aber oft, dass es einen viel stärkeren Angriff auf das richtige Evangelium gibt, in allen Lebensbereichen, und da ist die wahre Zivilcourage gefragt.