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(Bsp.: Himmel | Johannes 3,16)
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erfahrungsreich

Wenn die Kraft nachlässt

Körperliche Einschränkungen gehören zu den Erfahrungen des Älterwerdens. Wie kann man da Mut schöpfen?

Jetzt ist alles weiter weg als es früher war. Zur Ecke ist es doppelt so weit und ich merke, nun kommt noch ein Hügel dazu. Zum Autobus zu rennen, habe ich aufgegeben. Er fährt früher los wie gewöhnlich. Es scheint mir, dass die Treppen steiler sind wie in den alten Tagen. Haben Sie gemerkt, dass der Druck in der Zeitung kleiner geworden ist? Es hat keinen Sinn mehr jemand zu bitten etwas vorzulesen. Alle sprechen jetzt so leise, ich kann sie kaum hören."

Diese Worte aus der Perspektive einer alternden Dame (Autorin unbekannt) lassen schmunzeln. Sie beschreiben aber auch die körperlichen Einschränkungen beim Älterwerden.

Erwartungen an ein kraftvolles Leben

Durch die Änderung der allgemeinen Lebensbedingungen und Lebensverhältnisse, vor allem durch die Fortschritte der Medizin im Blick auf Krankheitsvorbeugung wie Krankheitsbehandlung bleibt der heutige Mensch länger jung und leistungsfähig als früher.

Zu dieser segensreichen Entwicklung kommt hinzu, dass der Mensch dauernd sein Leben mit dem der anderen vergleicht. Das steigert die Erwartung, dass sich das Wohlbefinden fortsetzen müsse bis ans Lebensende. Die Herausforderung, sich mit Kräfteverlust und der Endlichkeit auseinanderzusetzen, wird gerne verdrängt oder weit hinaus geschoben.

Auswirkungen der Kraftminderungen

Bedrängend werden die Minderungen, wenn der älter werdende Mensch kaum noch den Alltag bewältigt, häufig geplagt von Schmerzen auf Hilfe anderer angewiesen ist und manch andere Einschränkung erlebt. Auch Krankheiten verunsichern.

Wie gerne hab ich dieses und jenes getan, nun geht nichts mehr" – hört man einige resignativ sagen. Es ist die Klage des Herzens, die andeutet, wie schwer solch ein Abbau der Kräfte anzunehmen ist. Und es wird deutlich, dass der sich fortsetzende Alterungsprozess Angst auslöst, oft mutlos macht. Vielleicht wird auch der eigene Lebenswert nicht mehr verstanden.

Was nicht mehr geht, und was noch möglich ist

Die Konzentration auf die Abnahme der Kräfte hindert jedoch häufig, die vorhandenen Möglichkeiten noch auszuschöpfen. Das Abwägen zwischen dem, was nicht mehr geht und dem, was noch möglich ist, kann unterschiedlich verstanden und verarbeitet werden.

Das Fallen der Blätter öffnet die Sicht für den Himmel

Da lebt jemand mit Schmerzen und ist doch dankbar. Die Rücksichtnahme auf andere, die ausgestrahlte Freundlichkeit, die Hoffnung auf das Begleiten Gottes, es sind die Kräfte, die jetzt als Lebensfrüchte aufstrahlen. Auch wenn die eigene Kraft zum Festhalten der Hand Gottes klein werden sollte, in solchen Menschen lebt das Vertrauen, dass Gottes Hand stark genug ist, sie zu tragen. Auf ihn leben sie zu. Vielleicht lebt in ihnen das Bild von dem Baum, der sein Laub verliert. Durch das Fallen der Blätter wird die Sicht für den Himmel freier.

Loslassen ist immer ein schmerzlicher Prozess. Wer aber weiß, dass ihn bei Gott Gutes erwartet, so wie Gott in seinem Sohn Jesus uns das Beste und seine Liebe gegeben hat, darf sich Gott überlassen.

In guten Tagen Vertrauen üben

Die Einübung in ein solches Vertrauen darf schon viel früher beginnen, obwohl auch der Schwächste noch bei Gott willkommen ist. Um unserer selbst willen ist es gut, Trostworte Gottes zu kennen und sein Nahesein in schweren Zeiten erfahren zu haben. An vielen Geschehnissen lässt Gott uns reifen und Hoffnung gewinnen.

Helfende Wegbegleiter

Und noch etwas dient dem Schwachwerdenden als Hilfe. Es sind die Menschen, die ihm wohl wollen, die ihm beistehen, deren Liebe und Zuwendung einfach gut tun. Nicht die Akteure, die dem Schwächeren alles aus der Hand nehmen, sondern solche Wegbegleiter sind gefragt, die einfühlsam einspringen, wo der Hilfsbedürftige Unterstützung benötigt. Die Starken" haben dabei die Chance, an denen zu lernen, die der Hilfe bedürfen, dass sie selbst einmal Angebote der Hilfe annehmen können.

Foto: andreyutzu, sxc.hu

Autor: Liesel Pohl


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Leserbrief zu diesem Beitrag

Von Dr. Rolf Lyding am 21.12.2009, 23:46 Uhr.
Ein sehr einfühlsamer Artikel, der vielen helfen möge! - Einige Trostworte der Bibel hätten hier ruhig erwähnt werden können.
z.B. Jes.40,29-31 oder Jes.46,4
und weitere Worte aus dem Trostbuch, sowie Worte Jesu und Worte aus den apostolischen Briefen. Wir leben ja eigentlich von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes ergeht!
Ganz liebe Grüße!
Von Micha Siede am 21.12.2009, 19:13 Uhr.
Es gibt nichts Schöneres, als sich auf Gott zu stützen und seine Hilfe zu erwrten, wenn's nicht mehr weiter geht. Gott ist der wirklich gute Vater - mit einem menschlichen Papa nicht vergleichbar. Gott versteht dich dich auch dann noch, wenn KEINER mehr Verständnis aufbringt. Er sagt IMMER "JA" zu mir und drückt mich an sein Herz, auch wenn Fehler gemacht habe. Das ist so sehr wohltuend. Diese Geborgenheit und Sicherheit.welche ich dabei empfinde, wünsche ich jedem Leser für das neue Jahr.
Von Christa Joschko-Huber am 18.12.2009, 6:35 Uhr.
einfach nur wunderbar.
Von HeHe am 14.12.2009, 10:00 Uhr.
Ich las und meditierte gesterns: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dir's wohlgehe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird (5. Mo 5,16).
Das passt zu diesem sehr guten Artikel. Zumn einen sind die Älteren uns um vieles voraus, zum anderen folgen wir ihnen auf dem Fuße.
Es gibt viel zu lernen. Ich selbst habe eine chronische Erkrankung und liege oft danieder und kann, ja ich kann durch jahrelanges Hadern hindurch mittlerweile auf Gott mein Vertrauen setzen, wenn die Kräfte nicht vorhanden sind, wenn nichts anderes geht als sich festhalten an dem Vers: Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten. Der Herr ist meines Lebens Kraft vor was sollte mir grauen.
Von Franziska Leinfellner am 14.12.2009, 7:55 Uhr.
Wunderbar, danke!
Von Andreas Barkow am 14.12.2009, 2:33 Uhr.
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ein sehr gutes Thema1
Ich sehe die ältere Generation als wertvoll an,da sie den Jüngeren viel an Erfahrung itteilen können.
Als Christ kommt hinzu,daß die ältere Generation auch sehr gut zum Beten sind,zum Durchbeten der Probleme.
Mit freundlichen Grüßen und Gottes Segen
Andreas Barkow